Greenpeace-Aktion in Linz gegen "Riskiokosmetik"

17. Oktober 2003, 14:54
posten

Aktivisten leerten Regale in Drogeriemarkt - Geschäftskette will kritisierten Produkte umgehend aus dem Sortiment nehmen

Linz - Unter dem Motto "Risiko-Chemie raus aus den Regalen" stand eine Protestaktion der Umweltschutzorganisation Greenpeace am Mittwochvormittag in der Linzer Innenstadt.

Aktivisten stürmten in eine Filiale einer Drogeriemarkt-Kette und räumten die - laut Greenpeace - mit schädlichen Chemikalien versetzten Pflegeprodukte aus den Regalen. "Grundsätzlich unterstütze ich Greenpeace, doch diese Aktion ist so überfallsartig passiert, dass ich dafür kein Verständnis habe", erklärte die Filialleiterin im Gespräch mit der APA.

Kritisierte Produkte werden aus dem Sortiment genommen

Der Protest verlief dennoch ruhig, als die Polizei kam, beendete Greenpeace die Aktion. Später berichtete die Umweltschutzorganisation von einem "Teilerfolg". Die Leitung der Kette habe zugesichert, sie werde eines der kritisierten Produkte umgehend aus dem Sortiment nehmen.

Waren mit Warntafeln versehen

Die "beschlagnahmten" Waren wurden im Eingangsbereich - mit Warntafeln versehen - in Einkaufswagen platziert.

Der Aktion richtet sich konkret gegen Produkte der Firma "Johnson & Johnson". Deren Pflegeserie - unter anderem Marken wie "Penaten Baby Creme" - sollen laut Greenpeace schädliche Stoffe wie Methyldibromo Glutaronitril (MDGN) enthalten. Verantwortliche der Hersteller-Firma erklärten Anfang Oktober, dass das Produkt "kein Risiko für den Konsumenten darstellt und daher momentan nicht vom Markt genommen wird". Die EU habe die Hersteller aufgefordert, MDGN bis Mai 2005 aus ihren Creme-Produkten zu nehmen. In Hinblick auf diese neue Regelung werde das Produkt derzeit geändert und nach ausreichenden Tests zumindest ein Jahr vor dem Termin neu formuliert am Markt erhältlich sein, erklärte damals "Johnson & Johnson". (APA)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Greenpeace Aktion in Linz war ein Teilerfolg

Share if you care.