Ölverschmutzung: EU-Kommission fordert harte Strafen

19. Oktober 2003, 17:47
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Zahlreiche Tankerunglücke führten auch vergangenes Jahr zu verheerenden Umweltverschmutzungen - Frächter blieben nahezu ungestraft

Hamburg - Die Europäische Kommission will den Schutz vor Ölkatastrophen auf ihren Wasserstraßen verbessern. Nach den Worten von Gilles Vincent vom EU-Umweltdirektorat plant die Kommission härtere Sanktionen für die Verursacher von Tankerunglücken.

Höhere Strafen für Verklappen von Ölresten auf See

Auch das Verklappen von Ölresten auf See solle schärfer bestraft werden, sagte Vincent am Mittwoch in Hamburg zum Auftakt einer internationalen Ölpest-Konferenz. Bis Donnerstag diskutiert der Internationale Tierschutz-Fonds (IFAW) mit 200 Wissenschaftern und Aktivisten über die Auswirkung von ausgelaufenem Öl auf Meerestiere.

Einzelne Mitgliedsländer könnten dagegen klagen

Vincent schränkte ein, er sei "nicht sehr optimistisch", dass die geplanten Verschärfungen auch in der gewünschten Form in Kraft treten könnten. Einzelne Mitgliedsländer könnten dagegen klagen. "Ich hoffe, dass man eine vernünftige Lösung findet", sagte er.

Tankschiffe mit einer Hülle sind ab 2005 verboten

Eine erste Verbesserung der Tankersicherheit ist unterdessen in greifbare Nähe gerückt. Bis 2005 müssen vor 1982 gebaute Tankschiffe mit nur einer Hülle aus den EU-Gewässern verschwinden. Das besonders giftige Schweröl darf schon jetzt nur noch mit Doppelhüllen-Tankern in der EU transportiert werden. Havarien von Einhüllen-Tankern wie etwa der "Prestige" im November 2002 vor der spanischen Atlantikküste hatten mehrfach Umweltkatastrophen verursacht.

Illegal eingeleitetes Öl

Doch nicht nur die spektakulären Tankerunglücke belasten die Meere. "Die schleichende Verschmutzung durch illegal eingeleitetes Öl ist viel schlimmer", sagte die Kanadische IFAW-Aktivistin Kim Elmslie in einem dpa-Gespräch. Am schlimmsten sei die Verschmutzung überall dort, wo viel befahrene Schifffahrtslinien auf dicht besiedelte Vogelgebiete treffen.

Satelliten bewachen Vogelschutzgebiet in Kanada

So zählt der IFAW in einem kleinen Seegebiet vor Neufundland jedes Jahr 300.000 tote Tiere: "So viele wie beim Untergang der Exxon Valdez." In Kanada wachen jetzt Satelliten darüber, dass die Wasserstraßen sauber gehalten werden. "So kann keiner glauben, auf See sei er weit genug entfernt." (APA/dpa)

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    Das "Prestige" Tankerunglück hat Küsten in Spanien, Portugal und Frankreich mit Öl überschwemmt - der Streit um Geldstrafen hält noch immer an

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