Rupertinumbilder vom Lager auf den Berg

22. Oktober 2003, 14:10
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Salzburg: Kuratorin bemüht sich um Konsens

Salzburg - Jene 180 Kunstwerke aus der Sammlung des ehemaligen Rupertinum Direktors Otto Breicha, die vergangenes Jahr von Landesbediensteten aus dem Rupertinum abtransportiert wurden und derzeit in einem ehemaligen Möbellager deponiert sind, sollten dem Rupertinum als Dauerleihgabe übergeben werden. Dies schlägt die zuständige Kuratorin des Rupertinums, Margit Zuckriegl, im STANDARD-Gespräch vor.

Zuckriegl möchte wesentliche Teile der wertvollen Sammlung, in dem derzeit in Bau befindlichen Museum der Moderne am Mönchsberg "permanent zeigen". Zudem habe das Rupertinum wesentlich bessere Lagermöglichkeiten für die Kunstwerke, die derzeit in einem nicht klimatisierten Gebäude aufbewahrt werden. Die Kollektion enthält unter anderen Werke von Gustav Klimt, Fritz Wotruba, Hermann Nitsch und Christian Ludwig Attersee.

Bemühungen erfolglos

Besonders optimistisch, dass ihr Vorschlag bei der Finanz- und Liegenschaftsverwaltung des Landes und beim ressortzuständigen Landeshauptmannstellvertreter Wolfgang Eisl (VP) Gehör findet, ist Zuckriegl nicht. Man habe sich wiederholt um "einen Konsens, einen runden Tisch" bemüht, um die vor sechs Jahren vom Land um 220.000 Euro erworbenen Bilder und Objekte ausstellen zu können. Von ein paar ausgeliehenen Einzelblättern einmal abgesehen, ohne Erfolg.

Damit widerspricht Zuckriegl dem zuständigen Beamten Eduard Paulus. Dieser hatte zu der Causa gegenüber der Austria Presse Agentur lapidar angemerkt, dass die Museen ohnehin "keine Freude" haben würden, "wenn wir ihnen all diese Bilder vor die Türe stellen würden."

Den vom Grünen-Landessprecher Cyriak Schwaighofer erhobenen Vorwurf, die Kunstsammlung würde in dem Möbellager "vergammeln", will die Rupertinums-Kuratorin in dieser Schärfe allerdings auch nicht bestätigen. Abgesehen von der fehlenden Klimaanlage seien die Kunstwerke "auffindbar" und "ordnungsgemäß gelagert". Allerdings handle es sich eben um ein Möbeldepot und nicht um ein Kunstdepot.

Schützenhilfe erhält das Rupertinum vom "Dachverband Salzburger Kulturstätten". Dessen Geschäftsführer Thomas Randisek spricht von einem "erstaunlichen Umgang mit Kunsteigentum" durch das Land und sagt - wohl stellvertretend für viele Kunstinteressierte: "Herzeigen! Wir hätten die Bilder gerne gesehen." (neu / DER STANDARD, Printausgabe, 17.10.2003)

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