Tapferer Kampf gegen den Faschismus

15. Oktober 2003, 15:07
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KZ-Überlebende Elisabeth Elsensohn erhält Goldenes Verdienstzeichen der Stadt Wien

Wien - Elisabeth Elsensohn, ehemaliges Mitglied der Lagergemeinschaft Ravensbrück, wurde am Dienstag von Frauenstadträtin Renate Brauner mit dem Goldenen Verdienstzeichen der Stadt Wien ausgezeichnet. Brauner dankte Elsensohn für ihre Tapferkeit mit den Worten: "Widerstand gegen eine allmächtig scheinende Diktatur zu leisten, erfordert großen Mut. Die Hölle eines Konzentrationslager kann sich keiner der Nachgeborenen vorstellen. Wir danken Ihnen dafür, dass Sie für unsere Befreiung von der nationalsozialistischen Diktatur gekämpft haben." Brauner betonte auch, dass Frauen eine bedeutende Rolle im Widerstand gegen das nationalsozialistische Regime gehabt hätten und es wichtig sei, darauf auch mit weithin sichtbaren Auszeichnungen hinzuweisen.

Anklage wegen "Hochverrats"

Elisabeth Elsensohn wurde am 8. Jänner 1926 in Wien geboren. Im Alter von nur 17 Jahren wurde sie am 3. Mai 1943 von der Gestapo verhaftet. Die "Anschuldigung" der Nationalsozialisten lautete auf Hochverrat, weil sie gemeinsam mit ihrem Onkel Widerstandsaktivitäten ausgeführt hatte. Ihr Onkel wurde dafür im November 1944 von der Gestapo ermordet. Elsensohn selbst wurde nach vier Monaten im Gefangenenhaus Rossauerlände in das KZ Ravensbrück deportiert. Sie musste schwerste Arbeiten verrichten und erkrankte an Kopftyphus. Als sie schon nur noch 28 Kilogramm wog, wurde sie von der SS mit vielen Leidensgenossinnen auf einen Todesmarsch geschickt. Gemeinsam mit drei mutigen Kameradinnen gelang ihr die Flucht. Sie kam im Osten Deutschlands in die Obhut des Roten Kreuzes, wollte jedoch schon nach vier Monaten zurück in ihre Heimat gebracht werden. Im September 1945 war sie wieder in Österreich.

Bedeutende Zeitzeugin

Elsensohn hat sich in den letzten Jahrzehnten insbesondere als Zeitzeugin zur Verfügung gestellt. So hat sie vor allem durch Gespräche mit der jungen Generation in Wiener Schulen und durch Auftritte in der Öffentlichkeit und in den Medien ihr persönliches Schicksal unter den Bedingungen eines menschenverachtenden Vernichtungssystems dargestellt. Durch die Schilderung ihrer Erlebnisse vor, während und auch nach ihrer Verschleppung wurden Generationen von SchülerInnen über das dunkelste Kapitel unserer Geschichte informiert. (red)

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