57 Prozent wollen "Recall" für Österreich

20. Oktober 2003, 12:52
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Haupt, Gehrer, Grasser und Schüssel Austauschkandidaten - Fast die Hälfte mit der Regierung unzufrieden

Wien - Die Österreicher sind mit der - nun seit acht Monaten regierenden - Neuauflage von Schwarz-Blau hoch unzufrieden. 49 Prozent zeigten sich in einer Gallup-Umfrage "nicht" bzw. "überhaupt nicht" zufrieden mit der Regierung. Nur 17 Prozent sind mit der VP-FP-Koalition zufrieden. Die Mehrheit der Österreicher, 57 Prozent, würde sich wünschen, die Regierung nach dem Beispiel des "Recall" in Kalifornien abwählen zu können, berichtet "News".

Die von den 400 befragten Österreichern meist genannten Kandidaten für eine Abwahl sind aus der Regierung: Vizekanzler Herbert Haupt (46 Prozent), Bildungsministerin Elisabeth Gehrer (37 Prozent), Finanzminister Karl-Heinz Grasser (36 Prozent) und Bundeskanzler Wolfgang Schüssel (35 Prozent). Jeweils 30 Prozent würden gerne Wirtschaftsminister Martin Bartenstein, Justizminister Dieter Böhmdorfer, Staatssekretär Helmuth Kukacka und Gesundheitsministerin Maria Rauch-Kallat abwählen.

Außerhalb der Regierung liegt der Kärntner LH Jörg Haider weit vorne, der es mit 46 Prozent auf den selben Anteil bringt wie Parteichef Haupt. Bundespräsident Thomas Klestil würde nur von 16 Prozent, Wiens Bürgermeister Michael Häupl nur von 11 Prozent und NÖ LH Erwin Pröll gar nur von sieben Prozent abgewählt.

Die ÖVP-FPÖ-Koalition ist nicht nur bei den Anhängern der Oppositionsparteien unbeliebt. Selbst im ÖVP-Lager finden sich 20 Prozent Unzufriedene - und im FPÖ-Lager wenden sich sogar 41 Prozent von der Performance des Kabinetts Schüssel II ab.

Für eine Regierungsumbildung wären 45 Prozent. Der Anteil an FPÖ-Anhängern liegt hier mit 46 Prozent sogar über dem Durchschnitt.

Könnten sich die Österreicher die Regierungsform aussuchen, dann würde es im Moment die große Koalition: 35 Prozent plädieren dafür. Aber auch Rot-Grün (21 Prozent) wäre den Österreichern noch lieber als Schwarz-Blau (18 Prozent). Nur acht Prozent wären für Schwarz-Grün, nur fünf Prozent für Rot-Blau. (APA)

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