Analysten wegen Streik besorgt

16. Oktober 2003, 14:01
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Schaden noch nicht abschätzbar - Negatives Geschäftsergebnis bei längerem Arbeitskampf möglich

Wien - Heimische Analysten haben sich am heutigen Mittwoch besorgt über den neuerlichen Streik des Bordpersonals der Austrian Airlines (AUA) gezeigt. "Wenn ich in den nächsten Tagen einen Flug buchen würde, dann wohl nicht bei der AUA", so Stefan Maxian von der Raiffeisen Centrobank (RCB) im APA-Gespräch. Der durch den Arbeitskampf hervorgerufene Reputationsschaden müsse zu den vom Management genannten 1,755 Mio. Euro Kosten allein für den Streik am vorigen Samstag hinzugerechnet werden.

Die Auswirkungen des Streiks auf das Geschäftsergebnis könne aber erst in einigen Monaten beziffert werden. "Es ist durchaus möglich, dass Frühbucher unter den Passagieren auf andere Fluglinien umsteigen", so Maxian weiter. Amir-Ali Ameri von der Erste Bank fügte hinzu, dass sich Umsatzrückgänge auf Grund des hohen Fixkostenblocks der Airline "beinahe 1:1" im Ergebnis widerspiegeln.

Kostenreduktionen absolut notwendig

Bisher habe es das Management erfolgreich geschafft, den Schaden durch die Anmietung von Fremdmaschinen und -personal in Grenzen zu halten. "Wenn einzelne Flüge ausfallen, kann das bis zum Zusammenbruch des gesamten Flug-Netzwerks führen, da Passagiere ihre Anschlussflüge nicht mehr erreichen", so Ameri weiter. Der Erste-Analyst führte zudem die hohe Verschuldung der AUA und die steigende Konkurrenz durch Billigflieger ins Treffen. Folglich seien Kostenreduktionen absolut notwendig.

Der Druck auf die Branche werde nicht geringer, meint Jens Zimmermann von der Bank Austria Creditanstalt (BA-CA). Daran könne auch ein neuerlicher Streik nichts ändern. Der AUA-Vorstand werde vielmehr an seinen Plänen zur Senkung der Personalkosten festhalten, glaubt Zimmermann. "Sollte sich der Streik über sechs, sieben Tage hinziehen, könnte das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) heuer sogar negativ ausfallen."

An der Wiener Börse hielten sich die Reaktionen zur neuerlichen Eskalation des AUA-Arbeitskampfes am Mittwoch aber in Grenzen. AUA-Aktien notierten gegen 12:00 Uhr MESZ bei gutem Volumen mit einem leichten Abschlägen von 0,29 Prozent bei 6,83 Euro.(APA)

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