Bush konnte es nicht verhindern

3. Dezember 2004, 21:56
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US-Höchstgericht erleichtert den medizinischen Einsatz von Marihuana

San Francisco - Das Oberste Gericht der USA hat in einer Grundsatzentscheidung den medizinischen Einsatz von Marihuana erleichtert. Die höchsten Richter lehnten es ab, dass Anwälte des Bundes in den neun Staaten gegen Ärzte vorgehen können, die ihren meist krebskranken Patienten die ansonsten in den USA verbotene Droge empfehlen. Ohne Kommentar ließen sie ein Urteil einer Vorinstanz stehen, wonach Ärzte offen mit ihren Patienten über Therapiemöglichkeiten reden können.

Die Entscheidung war ein Rückschlag für US-Präsident George W. Bush, der der Zulassung von Marihuana zu Therapiezwecken in den neun Staaten mit Mitteln des Bundesrechts entgegenwirken wollte: Ärzten, die Marihuana empfehlen, sollte auf Klage von Bundesstaatsanwälten die Lizenz zur Verordnung von Medikamenten - die auf den Bundesstaat USA und nicht auf den Einzelstaat ausgestellt wird - entzogen werden. Zugelassen sind Marihuana-Therapien in Alaska, Arizona, Colorado, Hawaii, Kalifornien, Maine, Nevada, Oregon und Washington.

Keine Stellungnahme des Justizministers

Die Widersprüche im Umgang mit Marihuana in den USA sind damit aber noch nicht alle ausgeräumt. Nach wie vor ist es bundesweit verboten, die Drogenpflanze anzubauen, zu besitzen oder zu verkaufen. Bundesanwälte können somit gegen den Anbau, den Verkauf und Gebrauch von Marihuana vorgehen.

Justizminister John Ashcroft nahm zu dem Urteil des Verfassungsgerichts nicht Stellung. Eine Sprecherin des Weißen Hauses, Claire Buchan, sagte: "Unsere Politik ist die Ablehnung jeglicher Versuche, Marihuana zu legalisieren." (APA/AP)

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