Zwischen geforderter Anpassung und Offenheit

16. Oktober 2003, 14:48
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Anglikanische Kirche diskutiert zur Anerkennung homosexueller Gemeinschaften

London - Ranghohe Vertreter der Anglikanischen Kirche haben am Mittwoch in London eine Konferenz eröffnet, auf der über innerkirchliche Bewegungen zur Anerkennung homosexueller Gemeinschaften diskutiert werden soll. Das Oberhaupt der Anglikaner, der Erzbischof von Canterbury, Rowan Williams, berief das Treffen in London im August ein. Zuvor hatte die anglikanische Episkopalkirche in den USA für einen Skandal gesorgt, als sie erstmals einen Bischof berief, der sich offen zu seiner Homosexualität bekannte.

Der Amerikanische Anglikanische Rat werde auf der Konferenz um eine Neuordnung der Kirche in Nordamerika bitten, hieß es. Aus Kirchenkreisen verlautete, man strebe einen Ausschluss der Episkopalkirche an. Anders als in der Katholischen Kirche verwaltet sich bei den Anglikanern jedoch jede Pfarrei eigenständig, Williams kann keine bindenden Empfehlungen aussprechen. Nach einem Vorschlag des südafrikanischen Erzbischofs Njongonkulu Ndungane soll eine Kommission über das weitere Vorgehen hinsichtlich der unterschiedlichen Anschauungen zur Homosexualität beraten.

Kritik an konservativen Forderungen

Die 37 Kirchenvertreter tagen hinter verschlossenen Türen. Ergebnisse sollen nicht vor Donnerstag bekannt gegeben werden. Während einer Messe am Dienstagabend kritisierte der amerikanische Priester Daniel Webster die Forderung der konservativen Anglikaner: "Pass dich an, oder du bist nicht willkommen". Das sei aber gerade nicht der Weg der Anglikanischen Kirche, sagte Webster.

Die Ernennung des schwulen Bischofs Gene Robinson am 6. August war nach den Worten des Vorsitzenden der Episkopalkirche, Bischof Frank Griswold, Ausdruck des Willens der gesamten Diözese. Dabei sollten nicht Fragen seiner sexuellen Orientierung dominieren. Im August wurde außerdem bekannt, dass einige der Bischöfe Messen für gleichgeschlechtliche Paare lesen. (APA/AP)

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