ESA fliegt mit den anderen

15. Oktober 2003, 11:54
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Europäische Raumfahrt konzentriert sich auf Fracht

Für China geht es um das Prestige, deshalb strebt die dortige Regierung bemannte Raumfahrt mit eigenen Raketen an. Die europäische Weltraumagentur ESA feierte heuer 25 Jahre bemannten Raumflug; ohne selbstgebaute Shuttles, versteht sich. Am 2. März 1978 hob der Tscheche Wladimir Remek als erster Europäer mit einer russischen Sojus zur Raumstation Saljut 6 ab, im August des selben Jahrs folgte der Deutsche Sigmund Jähn bei einer ähnlichen Mission ins All.

Seither wurde die Zusammenarbeit der ESA mit den russischen Weltraumbehörden und der Nasa immer intensiver. Vor 20 Jahren startete Westeuropa im Rahmen einer Kooperationsvereinbarung zwischen der ESA und der Nasa sein erstes eigenes Weltraumlabor.

Der Schwerpunkt der ESA liegt auf den wissenschaftlichen Beiträgen im Raumflug, mit besonderer Beachtung der wirtschaftlichen Möglichkeiten durch den Bau von Fracht-Raumschiffen.

Nach dem Absturz der US-Raumfähre Columbia hat die ESA eine vorsorgliche, interne Überprüfung eingeleitet. Sie betrifft auch die künftigen Transportflüge des europäischen Automated Transfer Vehicle (ATV) zur Internationalen Raumstation ISS.

Das erste ATV wird derzeit bei EADS Space Transportation in Bremen gebaut und soll im Herbst 2007 fertig sein. Die Planungen berücksichtigen die Rettung der Ladung nach einer Beschädigung des Transport-Shuttles. (kps/DER STANDARD, Print-Ausgabe, 15. 10. 2003)

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