"Esra" nun verboten

20. Oktober 2003, 16:04
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Maxim Billers Roman liegt schon seit April auf Eis

München - Der Liebesroman "Esra" von Maxim Biller darf nicht verkauft werden, entschied das Landgericht München am Mittwoch und gab damit einer Klage von Billers ehemaliger Freundin und deren Tochter statt. Die Verletzung ihrer Persönlichkeitsrechte wiege schwerer als die Freiheit der Kunst, hieß es. Bei einer Veröffentlichung droht Billers Verlag Kiepenheuer & Witsch eine Strafe von 10.000 Euro.

Die Ex-Freundin Billers taucht in dem Roman als Titelheldin "Esra" auf. Auch ihre Mutter spielt eine Rolle. Nach Ansicht der Klägerinnen entsprechen die Schilderungen exakt den tatsächlichen Lebensumständen. Die Auslieferung des Romans liegt schon seit April auf Eis. Der Verlag hatte mit dem Verbot gerechnet und von einem Skandal gesprochen.

Gustav-Adolf-Preis

Bereits im März dieses Jahres war eine erste Verfügung gegen die Veröffentlichung des Buches ergangen. Das Bayerische Oberlandesgericht (OLG) hob die Entscheidung später allerdings wieder auf. Der Verlag verpflichtete sich im Gegenzug, die monierten Passagen zu schwärzen.

In der neuen Fassung des Buches wurden die entsprechenden Stellen allerdings nicht gestrichen, sondern lediglich inhaltliche Änderungen vorgenommen. Die beiden Klägerinnen entschieden sich aus diesem Grund, erneut gegen die Veröffentlichung vorzugehen.

Der Bundesfilmpreis für "Esra" und der alternative Nobelpreis für die Mutter wurden in der neuen Fassung zum Fritz-Lang-Preis und dem Gustav-Adolf-Preis. (APA/AP)

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