"Politika": Belgrad kann zufrieden sein

16. Oktober 2003, 14:47
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Belgrad - Zu den am Dienstag in Wien geführten ersten Gesprächen zwischen Serbien und den Kosovo-Albanern seit der Intervention der NATO von 1999 schreibt die Belgrader Zeitung "Politika" am Mittwoch: "Das wichtigste Ergebnis des gestrigen 'historischen' Treffens in Wien ist zweifelsohne die Tatsache, dass es überhaupt dazu gekommen ist (...) Die serbische Seite kann auch einen zusätzlichen Grund zur Zufriedenheit haben: Die Belgrader Vertreter haben einmal mehr bewiesen, dass sie wirklich bereit sind, das Kosovo-Problem mit europäischen und international geltenden Standards zu lösen. Die Albaner haben erneut gezeigt, dass ihnen jedes Gespräch über die südserbische Provinz schwer fällt, außer wenn es sich um deren Unabhängigkeit handelt."

Die Tageszeitung "Danas" zitierte auf der Titelseite sowohl Regierungschef Zoran Zivkovic - "Das ist kein Dialog" - wie auch den Kosovo-Präsidenten Ibrahim Rugova - "Für Unabhängigkeit".

Die nationalistisch gefärbte Tageszeitung "Glas javnosti" meint, dass es sich bei den Direktgesprächen um einen "Probelauf" für die Weltbühne handle. Nach Ansicht des Blattes werden vor allem die USA und die EU durch die Kontaktgruppe das weitere Tempo der Gespräche diktieren. "Der Dialog ist also formell aufgenommen worden, man wird sich ihm nicht mehr ohne Konfrontationsgefahr mit der internationalen Staatengemeinschaft entziehen können...", kommentiert das Blatt.

Das Boulevardblatt "Blic" brachte seinen Bericht unter dem Titel "Ethnische Säuberung der Kosovo-Delegation". Die Tageszeitung "Vecernje novosti" hebt auf der Titelseite das konkrete Ergebnis - "Neue Gespräche in Belgrad und Pristina" - hervor. "Ein gemeinsames Bild und das Händedrücken ist ausgeblieben", unterstreicht das Blatt. (APA/dpa)

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