Geberkonferenz: Spanien will Blamage für die USA verhindern

15. Oktober 2003, 19:18
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Aznar geht mit gutem Beispiel voran und stellt 250 Millionen Euro für den Wiederaufbau im Irak in Aussicht

Hamburg - Der spanische Ministerpräsident Jose Maria Aznar ist bereit, rund 250 Millionen Euro für den Wiederaufbau des Irak bereitzustellen. Das berichtet die "Financial Times Deutschland" (Mittwochausgabe) aus dem Umfeld der Konferenzorganisation. Der Gastgeber Spanien versuche damit, eine Woche vor der geplanten Geberkonferenz für den Irak in Madrid das Treffen vor dem drohenden Scheitern zu bewahren, berichtete das Blatt weiter.

Überraschend hoher Betrag

Der spanische Betrag liegt demnach weit über der Summe, mit der sich Spanien bei ähnlichen Hilfsaktionen üblicherweise international engagiert. Am Freitag soll die genaue Summe im Kabinett beraten und offiziell verkündet werden. Mit dem überraschend großen Beitrag will Madrid den Angaben nach verhindern, dass das Treffen am 23. und 24. Oktober zur Blamage für die USA wird. Außenministerin Ana de Palacio musste bereits einräumen, dass die Zusagen "weit entfernt" von den 20 Milliarden US-Dollar liegen werden, die Washington fordert.

Auftragsvergabe an spanische Firmen gekoppelt

Einen Teil seines Beitrages will Spanien dem Bericht zufolge wieder ins eigene Land holen. So soll die Zahlung an eine Auftragsvergabe an spanische Firmen gekoppelt werden. Aus dem Umfeld der Geberkonferenz hieß es: "Es wird kein Geld an die irakischen Behörden überwiesen, mit dem sie machen können, was sie wollen." 100 (APA/dpa)

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