Vorstand droht erneut mit Entlassungen

15. Oktober 2003, 12:48
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Bock: "Werden jeden Einzelfall anschauen" - Sörensen: "Verwundert und enttäuscht" über Vorgehen des AUA-Bord-Betriebsrats

Wien - Am Dienstag Vormittag hatte der Vorstand der Austrian Airlines (AUA) angedroht, im Fall weiterer Streiks sogar fristlose Entlassungen der Beteiligten vorzunehmen. Seit kurz vor 20 Uhr steht fest: Das Bordpersonal wird ab Mittwoch 5.30 Uhr früh wieder in den Ausstand treten. AUA-Vorstand Walter Bock äußerte am Abend in der ZiB 2 zwar die Hoffnung, dass man zu keinen drastischen Maßnahmen personeller Natur greifen werde müssen. Er schloss Entlassungen jedoch nicht aus.

"Wir werden jeden Einzelfall anschauen und dann entscheiden, was zu tun ist", so Bock. Dass es zu Entlassungen kommen könne, sei durchaus möglich.

Schadensersatzklage in Vorbereitung

Auch die Schadenersatzforderungen wegen der Streiks gegen Betriebsrat und Gewerkschaft hat Bock erneuert. Allein aus dem samstägigen Streik sowie zweier vorheriger Warnstreiks sind der AUA nach Vorstandsangaben insgesamt 2,3 Mio. Euro Schaden erwachsen. Die Klage werde derzeit vorbereitet und eingebracht werden, sagte Bock. Im Ergebnis der Gruppe - das heuer auf "plus/minus Null veranschlagt ist - sei "jede Million äußerst wichtig."

Bock unterstrich die Verantwortung des Vorstands, der jede Art von wirtschaftlichem Schaden von dem Unternehmen abzuwenden habe.

Auf die Frage, ob es denn nicht unsensibel sei, dass das Management in Zeiten von Sparpaketen für die Belegschaft sich selber Prämien auszahle, verwies Bock darauf, dass der Vorstandsbezug aus einem fixen und einem variablen Gehaltsbestandteil bestehe. Ihm selber, so räumte er ein, wäre ein Gesamtgehalt lieber gewesen. Doch er habe seinen Vertrag nicht mehr beeinflussen können.

Sörensen: "Verwundert und enttäuscht"

Der AUA-Vorstandschef Vagn Sörensen hat sich auf die neuerliche Streik-Ansage "verwundert und enttäuscht" gezeigt, dass die Einladung des Vorstands zur Wiederaufnahme der Gespräche unter Mitwirkung der Sozialpartner "mit weiteren Streikankündigungen beantwortet wird". Der AUA-Bord-Betriebsrat suche "definitiv keine partnerschaftliche Lösung", sondern eine "weitere Eskalation", so Sörensen in einem der APA übermittelten Statement.

Der AUA-Vorstand werde alle nötigen Maßnahmen treffen, um den morgigen Flugverkehr so weit als möglich aufrecht zu erhalten, so Sörensen weiter. Die AUA hat dafür - wie beim Streik am vorigen Samstag - Flugzeuge samt Crews von anderen Airlines angemietet.

Am Vormittag hatte der Vorstand für den Fall weiterer Streiks mit "disziplinären Maßnahmen bis hin zu Entlassungen" gedroht. Dazu gab es am Abend zunächst keine weiteren Angaben. (APA)

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