Telenor und British Telecommunications einigen sich über Esat

14. Jänner 2000, 16:48

Telenor kann zwischen einer 49,99-prozentigen Beteiligung an Esat oder dem Verkauf ihres 49,5-prozentigen Anteil an der Esat-Mobilfunktochter Digifone für 1,24 Mrd. Dollar wählen

London - Die British Telecommunications Plc (BT) hat sich mit der norwegischen Telenor auf ein friedliches Ende im Übernahmestreit um die irische Telefongesellschaft Esat Telecom geeinigt. Wie BT am Freitag in London mitteilte, kann Telenor zwischen einer 49,99-prozentigen Beteiligung an Esat oder dem Verkauf ihres 49,5-prozentigen Anteil an der Esat-Mobilfunktochter Digifone für 1,24 Mrd. Dollar (1,213 Mrd. Euro/16,7 Mrd. S) wählen.

Nachdem BT am Dienstag als "weißer Ritter" für Esat in Erscheinung getreten war, hatte Telenor sein auf 1,9 Mrd. Dollar beziffertes Übernahmeangebot für Esat zurückgezogen.

Beide Seiten zeigten sich mit der Vereinbarung zufrieden. Telenor-Chef Tormod Hermansen erklärte: "Wir haben unser Ziel erreicht, unsere starke Position in Irland auszubauen und sind erfreut, mit BT zusammenzuarbeiten." BT-Chairman Iain Vallance sagte in London: "BT und Telenor sind Partner in Schweden und Deutschland und hoffentlich auch weiterhin in Irland." BT hält 45 Prozent, Telenor zehn Prozent an dem Mobilfunkanbieter Viag Interkom.

Der mit BT getroffenen Vereinbarung zufolge kann die Telenor ihren 49,5-prozentigen Anteil an Digifone gegen eine 33-Prozent-Beteiligung an Esat tauschen und anschließend weitere Aktien an Esat erwerben, um den Anteil auf 49,99 Prozent zu bringen. Dafür würde die BT 624 Mill. Dollar erhalten. Andererseits kann die Telenor aber auch ihre 49,5-prozentige Beteiligung an Digifone an Esat für 1,24 Mrd. Dollar veräußern.

Der Esat-Board hatte seinen Aktionären am Dienstag einstimmig das BT-Angebot über insgesamt rund 2,46 Mrd. Dollar empfohlen. BT will 100 Dollar je Esat-Anteilsschein (ADS) beziehungsweise 50 Dollar je Aktie zahlen.

Wie Telenor in Oslo mitteilte, will sich die norwegische Telekomgesellschaft Zeit nehmen, um ihre Entscheidung über eine Beteiligung an Esat zu fällen. "Wir haben nun zwei Alternativen auf dem Tisch liegen und werden uns die nötige Zeit nehmen, um zwischen den beiden Möglichkeiten zu entscheiden," sagte ein Firmensprecher der Nachrichtenagentur Reuters. (APA/Reuters)

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