"Agrarexport als Erfolgsstory"

17. Oktober 2003, 15:26
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Pröll zufrieden mit Umorientierung der Lebensmittelbranche - Mit Infografik

Köln - "Die österreichische Lebensmittelwirtschaft steht in einem dynamischen Prozess der Neuorientierung. Seit dem EU-Beitritt blieb kein Stein auf dem anderen", sagte Agrarminister Josef Pröll am Dienstag bei der Vorstellung des neuen Lebensmittelberichts für die Jahre 1995 bis 2002 bei der weltgrößten Nahrungsmittelmesse Anuga in Köln.

Dieser zeige deutlich die "Erfolgsstory Export": Die weit gehende Inlandsorientierung Österreichs vor dem EU-Beitritt 1995 sei einer aktiven Präsenz auf den europäischen Märkten gewichen. "Aber auch den Heimmarkt konnte Österreichs Lebensmittelwirtschaft gut verteidigen", freut sich Pröll, was vor allem angesichts der bevorstehenden EU-Osterweiterung positiv stimme. Während es im Lebensmittelaußenhandel vor dem EU-Beitritt ein stetig steigendes Handelsdefizit gegeben habe, habe sich der Importüberhang seither mehr als halbiert. Zudem exportiere Österreich deutlich mehr verarbeitete Waren mit höherer Wertschöpfung.

Strukturwandel

Zugleich dokumentiere der Bericht, dass es seit 1995 zu einer deutlichen Entwicklung weg von Kleinstbetrieben hin zu Mittelbetrieben gekommen sei. "Im Vergleich zu 1996 gibt es um 42 Prozent weniger landwirtschaftliche Betriebe mit weniger als fünf Hektar , jedoch um elf Prozent mehr Betriebe mit über 50 Hektar", beschreibt der Minister die Folgen des Strukturwandels.

Im europäischen Vergleich sei die österreichische Landwirtschaft auch jung: Nur 29 Prozent der Betriebsinhaber sind 55 Jahre und älter, bei den Betriebsinhabern unter 35 Jahren schneide Österreich mit einem Anteil von 16 Prozent im EU-Vergleich am besten ab. Österreich habe auch mit 30 Prozent weiblicher Betriebsführer den höchsten Anteil an Frauen in der EU.

Öko-Domäne

Im Bereich der ökologischen Produktion wolle Österreich auch weiter die Nase vorn habe, so Pröll. Die Zahl der Biobauern wachse zwar ständig und Bioprodukte erfreuen sich wachsender Sympathie. Er sieht in den neuen Mitgliedsländern großes Potenzial für Biolebensmittel.

Pröll sieht auch einen klaren Trend zur bäuerlichen Direktvermarktung: "Die Zahl dieser Vermarktungsinitiativen ist von 1996 auf 2002 von 171 auf 263 gestiegen." Verlierer dieses Trends seien kleine Lebensmittelläden. (DER STANDARD Printausgabe, 15.10.2003, APA)

  • Betriebe in Österreich
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    Betriebe in Österreich

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