Wissen: Akademiker für Putzjobs

17. Oktober 2003, 12:28
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Das Hartz-IV-Gesetz sieht die Zusammenlegung von Arbeitslosenhilfe und Sozialhilfe zum Arbeitslosengeld II vor

Das so genannte Hartz-IV-Gesetz sieht die Zusammenlegung von Arbeitslosenhilfe und Sozialhilfe zum Arbeitslosengeld II vor. Leistungen für die rund 2,7 Millionen erwerbsfähigen Sozialhilfeempfänger und bisherigen Arbeitslosenhilfebezieher werden auf das Niveau der Sozialhilfe gesenkt. Die einzelnen Regelungen:

  • Zumutbarkeit: Langzeitarbeitslose müssen auch schlecht bezahlte Jobs annehmen, auch fernab ihres Wohnortes und unabhängig von der Qualifikation. Die Kritiker haben erreicht, dass die Löhne aber nicht unter dem ortsüblichen Niveau liegen dürfen. Ein Akademiker muss damit aber auch einen Putzjob annehmen. Wer die Annahme einer Stelle verweigert, dem kann die staatliche Unterstützung um bis zu 30 Prozent gekürzt werden.
  • Anrechnung: Die Kritiker haben durchgesetzt, dass Langzeitarbeitslose ihre Altersvorsorge bis zu 400 Euro pro Lebensjahr nicht antasten müssen. Höheres Vermögen wird bei der "Stütze" berücksichtigt. Dass Kinder und Eltern wechselseitig bei Arbeitslosigkeit füreinander aufkommen müssen, wurde auf Druck der Kritiker fallen gelassen.
  • Bezugsdauer: Jüngere Arbeitslose erhalten das Arbeitslosengeld nur noch zwölf Monate, Arbeitslose über 55 nur noch 18 Monate. Dann sind sie Langzeitarbeitslose. (DER STANDARD Printausgabe, 15.10.2003, afs)
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