Massive Verteuerung für Wohnungsbesitzer

17. Oktober 2003, 15:26
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Miet/Kaufoptionen werden wegen Umsatzsteuer deutlich teurer

Wien - Bisher unbemerkt ist es bei den Budgetbegleitgesetzen zu einer massiven Verteuerung bei der Eigentumsbildung von Mietwohnungen mit Kaufoption gekommen. "So ist im Wiener Wohnbauförderungsgesetz vorgesehen, dass Mieter nach zehn Jahren einen Rechtsanspruch auf Erwerb ihrer Wohnung haben.

Zu diesem Zeitpunkt wäre nach bisheriger Regelung keine Umsatzsteuer auf die Baukosten mehr angefallen, erläuterte Winfried Kallinger, Sprecher der Berufsgruppe der gewerblichen Bauträger in der Wirtschaftskammer.

Rund 160 Euro pro Quadratmeter

Nach den derzeit von Finanzministerium geplanten Änderungen wäre bei Ausübung der Eigentumsoption zusätzlich noch der halbe Umsatzsteuerbetrag kostenwirksam und müsste von den Erwerbern aufgebracht werden. "Durchschnittlich sind das 150 bis 170 Euro/m², bei einer 90-Quadratmeter-Wohnung also rund 13.500 bis 15.300 Euro. Bei einem durchschnittlichen baren Wert von etwa 700 Euro/m² Wohnfläche, der bei Geltendmachung der Eigentumsoption vom bisherigen Mieter aufzubringen wäre, bedeutet diese eine Erhöhung des Kaufpreises um etwa 25 Prozent", so Kallinger.

All jene, die bei Vertragsabschluss davon ausgegangen sind, dass sie nach Ablauf der zehnjährigen Berichtigungsfrist beim Kauf einer Wohnung diese ohne Umsatzsteuer erwerben können, müssten nun entweder zehn Prozent Umsatzsteuer (Vorsteuerberichtigung) bezahlen oder für weitere zehn Jahre mieten. Der Verband der Immobilientreuhänder fordert die sofortige Aufhebung der neuen Reglung. Die Kaufoption verliere an Attraktivität, weil sie genau nach zehn Jahren beansprucht werden muss und der Kaufpreis damit definitiv steige. (DER STANDARD Printausgabe, 15.10.2003, cr, APA)

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