Maßkonfektion ohne Anprobe via Internet

22. Oktober 2003, 10:38
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Virtual Try-On macht Textil-Produktion billiger

Virtual-Reality-Technologien, die eine exakte Textil- und Körpersimulation ermöglichen, entwickelt derzeit das Fraunhofer-Institut für Graphische Datenverarbeitung (IGD) in Darmstadt. Damit soll künftig eine maßgeschneiderte Kleidung ohne Anprobe möglich werden. Durch den Wegfall von teuren Verschnitte mittels "Virtual Try-On" sollen Textilien preisgünstiger hergestellt werden können, teilte das IGD am Dienstag, mit.

"Virtual Try-On"

Mit "Virtual Try-On" lässt sich der komplette Einkaufsvorgang von der Stoff- und Schnittauswahl über die Anproben bis zum Zuschnitt vollständig über das Internet erledigen. Dabei wird vorerst ein digitaler Doppelgänger des Käufers geschaffen - in einer realen Boutique oder einem Kaufhaus werden die Daten des Kunden per berührungslosem Laser-Scanner automatisch eingelesen. Ist der digitale Doppelgänger einmal geschaffen, kann die Anprobe bei allen künftigen Einkäufen online zu Hause am PC oder am virtuellen Spiegel vor Ort erfolgen.

"Entscheidende Vorteile"

Das vom Kunden ausgewählte Kleidungsstück wird exakt auf die digitale Figur umgesetzt. Dabei können die echten Materialeigenschaften und sogar der Faltenwurf eines Textils photorealistisch abgebildet werden. "Das bietet entscheidende Vorteile", sagt IGD-Projektleiter Volker Luckas. "Die Kunden können beim elektronischen Einkauf vorab sehen, welche eventuellen Reibungs- oder Druckstellen die angebotene Kleidung aufweist und damit Fehlkäufe vermeiden." Die Käufer können auch Änderungen an Passform, Ausstattung und Farbe innerhalb kürzester Zeit virtuell durchspielen und ausprobieren.(pte)

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