Legionärs-Flut in Russland

17. Oktober 2003, 20:10
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Verbandschef Koloskow verlangt Limitierung auf fünf pro Verein

Moskau - So wie das kleine Österreich, diskutiert auch das große Russland über die Reduzierung von ausländischen Fußballern in der nationalen Liga. "Die führenden Länder haben Beschränkungen und ich denke, wir sollten uns von 2005 an dieser Entwicklung anschließen", sagte am Dienstag in Moskau Wjatscheslaw Koloskow, der Präsident des russischen Fußball-Union (RFU). Die Import-Flut, vor allem aus Afrika und Lateinamerika, war zuletzt immer heftiger kritisiert worden.

Dementsprechende Änderung der Ausländerbestimmungen werden derzeit vom Exekutiv-Komitee des Verbandes ausgearbeitet. "Und ich bin mir sicher, dass wir schon auf unserer nächsten Sitzung einen Beschluss fassen werden", meinte Koloskow. Der Fußball-Chef geht davon aus, dass pro Verein und Spiel maximal fünf Ausländer zeitgleich auf dem Feld stehen dürfen. Als erster russischer Klub war kürzlich Torpedo Moskau mit elf Ausländern angetreten. In der österreichischen T-Mobile-Bundesliga sind momentan sieben Nicht-EU-Legionäre zugelassen, die Zahl soll auf fünf reduziert werden.

Auf die Frage, warum die Ausländerflut eingedämmt werden solle, antworte Koloskow klipp und klar: "Vor allem hilft eine derartige Bestimmung unserem Nationalteam." Wenn sich nämlich der derzeitige Trend fortsetze, dann würde sich unsere Mannschaft bald nur noch aus Akteuren der zweithöchsten Spielklasse zusammensetzen. "Die meisten Top-Vereine haben ja auf ihren Schlüsselpositionen nur noch Ausländer", bemerkte Koloskow.

In den vergangenen zehn Jahren ging es mit dem russischen Nationalteam stetig bergab. Vor dem Fall des Eisernen Vorhangs war die Sowjetunion 1960 inoffizieller Europameister und 1966 WM-Semifinalist gewesen. Die WM-Endrunde 1998 und die EM 2000 fanden ohne russische Beteiligung statt, 2002 kam der WM-Abschied nach den Gruppen-Spielen. Zuletzt mussten die Russen in der EM-Qualifikation Schweiz den Gruppen-Sieg überlassen und nun ihre Chancen auf eine EM-Teilnahme im Playoff gegen Wales wahren. (APA/Reuters)

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