Beratungsauftrag für Ex-Ministerin Forstinger

15. Oktober 2003, 20:36
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Sprecher: Forstinger "erfüllt fachliche Anforderungen" - Volumen "nur" 18.000 Euro

Wien - Ex-Verkehrsministerin Monika Forstinger hat vom ÖBB-Vorstand einen Beratungsauftrag erhalten. Dies bestätigte ÖBB-Kommunikationschef Michael Hlava am Mittwoch vor Journalisten. Bei dem Auftrag geht es demnach um "eine Expertise über die Verwertung von 30 Bahngrundstücken aus unterschiedlichen Kategorien und mit unterschiedlicher Verwertbarkeit". Forstinger soll nach dem Vertrag einmalig 18.000 Euro für den Auftrag erhalten.

Der ÖBB-Sprecher verteidigte am Mittwoch die Entscheidung des Vorstands. Es sei "klug und vernünftig eine Ex-Verkehrsministerin als Beraterin heranzuziehen". Forstinger erfülle "die fachlichen Anforderungen" und verfüge zudem als ehemaliger Eigentümervertreter über "einen tiefen Einblick in die ÖBB".

Auch Forstinger selbst sieht keine schiefe Optik hinter dem Auftrag. "Ganz im Gegenteil. Chancen für einen österreichischen Standort richtig zu nutzen, Optionen und Möglichkeiten einzubringen und auch mit internationalen Partnern zu kooperieren, kann ja nur im Interesse der Österreicherinnen und Österreicher sein. Somit ist das eigentlich nur positiv zu sehen", meinte Forstinger im "Ö1-Mittagsjournal".

Ob die Ex-Ministerin auch für einen Posten in der neuen ÖBB in Frage komme - etwa als Chefin der geplanten Immobilienmanagement GmbH - wollten ÖBB-Sprecher Hlava und auch Forstinger selbst nicht kommentieren. "Diese Frage stellt sich nicht", sagen beide. Bisher sei noch keiner der ÖBB-Berater in die Unternehmensführung gewechselt, meint Hlava. Und Forstinger betont: "Ich bin eine erfolgreiche Unternehmerin und wenn meine Leistungen und Expertisen im Bereich der Standort- und Projektentwicklung nachgefragt werden, dann freue ich mich."

"Freiheitliches Urgestein"

Nach dem Firmenbuch besitzt Forstinger seit 11. Juli dieses Jahres ein Unternehmen namens .proquest Riskmanagement GmbH mit Sitz im oberösterreichischen Roitham. Das Unternehmen beschäftigt sich laut Homepage mit zwei Schwerpunkten: der Standort- und Projektentwicklung sowie dem Riskmanagement/Due Diligence für Umwelt, Technik und Sicherheit. Der Vertrag soll allerdings auf Forstinger persönlich ausgestellt worden sein.

Unterstützt worden sein soll Forstinger dem Vernehmen nach von Aufsichtsratschef Franz Rottmeyer. Dieser weilt derzeit allerdings auf Urlaub, und war am Mittwoch für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

Die Politikerin - von der damaligen Vizekanzlerin und FPÖ-Chefin Susanne Riess-Passer als "freiheitliches Urgestein" bezeichnet - war von November 2000 bis Februar 2002 Verkehrsministerin.(APA)

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