Burgenländische BECOM etabliert sich als BMW-Zulieferer

21. Oktober 2003, 13:05
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Produzent elektronischer Geräte und Systeme will im Automotiv-Bereich Fuß fassen - Nach Krise wieder steigende Umsatzzahlen

Die Firma BECOM Burgenländische Elektronik- und Kommunikationssysteme Gesellschaft m.b.H. mit Sitz in Hochstraß im Mittelburgenland verbreitert ihre Produktpalette. Sie steigt auch in den Automotiv-Bereich ein. "Wir haben einen ersten konkreten Schritt in diese Richtung getan. Wir haben es geschafft, Direktlieferant von BMW zu werden", berichtete Geschäftsführer Franz Klein am Dienstag. BECOM produziert seit September spezielle Digital-Audioverstärker für die BMW-Gruppe, die zunächst im Mini-Cooper eingebaut werden, aber auch in der 3er Serie zum Einsatz kommen könnten.

Zugang

Die nächsten Schritte des Unternehmens in Richtung Automotive sind die Teilnahme am Automotiv Cluster Vienna Region (ACVR) und eine intensive Zusammenarbeit mit der Donau-Uni Krems (Abteilung Verkehrstelematik). Außerdem hofft Klein, Zugang zu Audi bzw. zu Magna Steyr zu finden. BECOM will damit nicht der spezielle Autozulieferer werden, sondern verfolgt eine typische Nischenpolitik. "Denn wir wissen, dass in Zukunft in die Autos noch mehr Elektronik eingebaut werden wird", ist sich der Geschäftsführer im Klaren.

Vergangene Probleme

Vor eineinhalb Jahren schlitterte die Firma BECOM in eine veritable Krise, 40 Prozent des Umsatzes brachen weg, u. a. durch den Ausfall eines großen Kunden. Franz Klein, ehemals Aufsichtsratschef des BECOM-Miteigentümers BEWAG, übernahm die Geschäftsführung. Die Umsätze sind seither wieder steigend. In dem per 31. März abgeschlossenen Geschäftsjahr 2002/03 wurde ein Umsatz von 19,2 Mio. Euro erreicht, geplant waren 18 Mio. Euro. Das Rumpfgeschäftsjahr 2003 – künftig wird der 30.9. der Bilanzstichtag sein – bringt einen Umsatz von 12,2 oder 12,4 Millionen Euro statt 10,5 Millionen Euro. Für das Geschäftsjahr 2003/04 werden 25 Millionen Euro angepeilt.

Daten

Derzeit beschäftigt das Unternehmen 184 Mitarbeiter (2002: 170). Für den Fall, dass sich die BECOM im Automotiv-Bereich etablieren kann, schließt Klein eine Aufstockung des Personals nicht aus.

Der Landesenergieversorger BEWAG, der zuletzt mit 49 Prozent an der BECOM beteiligt war und mittlerweile 52 Prozent des Grundkapitals hält, ist derzeit bestrebt, auch Anteile anderer Mitgesellschafter zu übernehmen. Man wolle mehr Bewegungsspielraum haben, sagte BEWAG-Vorstandssprecher Hans Lukits dazu. 32,5 Prozent der BECOM gehören dem Ex-Chef der Telekom Austria (TA), Werner Kastzler, 2,5 Prozent BEWAG-Mitarbeitern, 1 Prozent BECOM-Mitarbeitern und zwölf Prozent der Firma Teleprima. (APA)

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