Stallarbeit mit Atemschutz

20. Oktober 2003, 12:13
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Immer mehr Bauern reagieren auf Rinderhaare mit Allergie - Krankheit kann zur Berufsunfähigkeit führen

Neusäß - Immer mehr Bauern leiden unter Asthma-Erkrankungen durch Rinderhaarallergie. In vielen Fällen führe dies zu einer Berufskrankheit mit Minderung der Erwerbsfähigkeit bis hin zur Berufsunfähigkeit, erklärte Willi Reitemann von der Land- und Forstwirtschaftlichen Berufsgenossenschaft Niederbayern/Oberfalz und Schwaben am Dienstag in Neusäß bei Augsburg.

Stallarbeit mit Atemschutz

Allein im ostbayerischen und schwäbischen Bereich seien 214 Rinderhaarallergien bei Bauern festgestellt worden, für die von der Genossenschaft im vergangenen Jahr rund 700.000 Euro Pensionen bezahlt werden mussten. Als Beispiel stellte die Genossenschaft den 29 Jahre alten Landwirt Josef Merk aus Neusäß vor, der wegen Rinderhaarallergie die Stallarbeit nur mit einer Atemschutzmaske verrichten könne.

Eine neue Studie des Instituts für Arbeits- und Umweltmedizin der Ludwig-Maximilians-Universität-München habe einen direkten Zusammenhang von Stallarbeit und der Belastung von Wohnungen mit Rinderhaaren erbracht. Hohe Konzentrationen ergaben sich vor allem in den Bett-Matratzen.

Erhöhte Werte für Rinderhaare im Stallstaub

Im Stallstaub lagen die Werte für Rinderhaare über das 100fache höher als im Wohnbereich. Bei Matratzen wurden in 80 Prozent der untersuchten Fälle deutlich höhere Konzentrationen über dem Schwellenwert festgestellt. "Es gibt bei den Allergenen einen direkten Weg vom Stall zur Matratze", sagte Prof. Dennis Nowak, der die Studie leitete.

Zur Reduzierung der krank machenden Rinderhaare riet Nowak den Landwirten, die Bettwäsche häufiger zu wechseln und vor dem zu Bett gehen stets die Haare zu waschen. Über die Haare als "natürliche Staubfänger" kämen die meisten Partikel in die Betten. Die Untersuchungen hätten ergeben, dass die Rinderhaarkonzentrationen erheblich zurück gehen, wenn die Wohnungsinhaber keinen Stallkontakt mehr haben. Dies sei aber für die meisten Bauern nicht praktikabel. (APA/dpa)

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    Asthma-Erkrankungen durch Rinderhaarallergie können bis zur Berufsunfähigkeit führen.

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