Russischer Medienunternehmer wird nicht ausgeliefert

21. Oktober 2003, 13:31
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Von Russland erhobene Vorwürfe in Griechenland kein Vergehen

Ein griechisches Berufungsgericht hat am Dienstag den Antrag Russlands auf Auslieferung des russischen Medienmoguls Wladimir Gussinski abgelehnt. Gussinski ist in seiner Heimat wegen Finanzbetrugs und Geldwäsche angeklagt. Nach einer kurzen Anhörung erklärte das Gericht, die gegen Gussinski erhobenen Vorwürfe stellten in Griechenland kein Vergehen dar. Der Prozess gegen den Medienunternehmer, der eine Woche nach seiner Verhaftung am 21. August in Athen gegen Kaution frei gelassen wurde, wurde eingestellt.

Freiwilliges Exil

Gussinski, der nach dem Ende der Sowjetunion zu einem der bekanntesten Geschäftsmänner Russlands aufstieg, ging vor mehr als drei Jahren freiwillig ins Exil. 2001 hatte das von der Regierung kontrollierte Unternehmen Gazprom Gussinskis Fernsehsender NTW übernommen, der wegen seiner kritischen Haltung bekannt war. Die Übernahme wurde als Schlag gegen die Pressefreiheit des Landes heftig kritisiert. Schon ein spanisches Gericht verweigerte vor zwei Jahren die Auslieferung Gussinskis an Russland. (APA/AP)

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