Salzburg hofft auf Fußballwunder

15. Oktober 2003, 22:36
2 Postings

Mozartstädter kämpfen in Udine gegen Torblockade und Erstrundenout- Jankulovski und Jancker warnen vor Überheblichkeit

Udine - Wie Meister Austria Wien gegen Borussia Dortmund und der FC Kärnten gegen Feyenoord Rotterdam benötigt auch der SV Salzburg ein Fußball-Wunder, um die zweite UEFA-Cup-Runde zu erreichen. Die Mozartstädter kämpfen am Mittwoch Abend (20.45 Uhr) im Stadion Friuli nicht nur gegen Udinese Calcio, sondern auch die eigene Torsperre. Sie haben nämlich seit exakt 285 Minuten keinen Treffer mehr zu Wege gebracht. Zum Aufstieg müssen aber zumindest zwei Tore her!

Schlechte Aussichten

Zum bisher letzten Mal traf der Deutsche Heiko Laessig am 20. September zum 2:1-Erfolg in der 75. Minute in Kärnten. Danach folgen drei 0:1-Niederlagen gegen Udinese im Linzer Hinspiel, daheim gegen SW Bregenz und in Wien gegen Rapid. Es spricht also nichts dafür, dass der aktuelle Tabellenletzte der T-Mobile-Bundesliga nach sechsjähriger Europacup-Absenz die erste Runde übersteht. Auch 1997 kam das K.O. nach der Champions League-Vorrunde (0:0 und 0:3 gegen Sparta Prag) in der ersten UEFA-Cup-Runde (4:3 und 2:4 gegen RSC Anderlecht).

"Aufgegeben wird ein Brief"

Doch trotz dieser düsteren Vorzeichen haben die Salzburger die Flinte noch keineswegs in Korn geworfen. "Es ist nicht utopisch, dass wir das 1:0 erzielen und der Gegner vielleicht dadurch nervös wird. Innerlich glauben die Italiener sicher, dass sie durch sind. Es ist noch nichts verloren, auch wenn die Chance noch so klein ist", sagt Salzburg-Manager Peter Assion, der die Ausgangsposition mit 50:50 einstuft. "Aufgegeben wird ein Brief, sonst nichts", fügte Heimo Pfeifenberger hinzu, der sich am Sonntag im Training am Knöchel verletzte und am Montag nicht mit in den Süden reiste.

Woche der Entscheidungen

Lars Söndergaard, der nicht damit rechnet, dass sein Routinier nach der Behandlung nachkommt, ist nicht zu beneiden. Der Trainer musste mit Amoah, D. Hassler und Tomic schon drei Angreifer daheim lassen. Der Däne zur Situation: "Wir haben nur eine realistische Chance, wenn die Italiener unter und wir deutlich über Niveau spielen." Salzburg steht vor einer Woche der Entscheidungen: Am Samstag kommen die Paschinger zum Keller-Duell. "Dieses Spiel ist wichtiger, aber wir sind nicht zum Spaß in Udine. Es gibt immer wieder Wunder, gelingt uns ein schnelles Tor, ist viel möglich", so Christoph Jank.

Jankulovski warnt: "Vorsprung minimal"

Den Gefallen, mit dem Assion im Friuli-Stadion spekuliert, wird Udinese, der Tabellensechste der vergangenen Saison und aktuelle Neunte der Serie A, den Gästen jedoch kaum machen. "Es wäre ein fataler Fehler zu glauben, dass wir schon weiter sind und das Rückspiel nur noch eine Formalität ist. Unser Vorsprung ist nur minimal", warnt der 26-jährige Marek Jankulovski, der am Samstag mit Tschechiens Nationalteam in Wien 3:2 gewonnen hat.

"90 harte Minuten"

Ähnlich vorsichtig wie der EM-Teilnehmer spricht Ex-Rapidler Carsten Janker, der im Hinspiel für Torschütze Fava eingewechselt wurde. "Die Salzburger haben in der zweiten Hälfte in Linz bewiesen wie stark sie sein können. Daher warten auf uns noch 90 harte Minuten", so der Deutsche. Udinese-Trainer Luciano Spalletti hofft, dass seine Spieler vor eigenem Publikum gegen die kampf- und willensstarken Österreicher mehr spielerische Akzente als im Hinspiel zeigen werden. (APA)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Jankulovski (Udinese/li) mit Salzburgs Ibertsberger.

Share if you care.