Iran über Ausgang der IAEO-Verhandlungen "zuversichtlich"

19. Oktober 2003, 22:16
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Teherans IAEO-Botschafter Salehi: Gespräche über Zusatzprotokoll könnten einige Tage dauern

Teheran - Die Gespräche zwischen Teheran und der Internationalen Atomenergieorganisation (IAEO) über das geforderte Zusatzprotokoll zum Atomwaffensperrvertrag könnten sich "einige Tage" hinziehen. Das sagte der iranische Vertreter bei der IAEO, Ali Akbar Salehi, am Samstag in Teheran. Über ihren Ausgang sei er "zuversichtlich". Das Zusatzprotokoll erlaubt es den IAEO-Inspektoren, alle Atomanlagen eines Landes unangekündigt zu kontrollieren.

Optimismus am Donnerstag

Am Donnerstag hatte der Leiter der in Wien ansässigen Atombehörde, Mohammed El Baradei, in Teheran gesagt, der Iran sei bereit, das Zusatzprotokoll zum Atomwaffensperrvertrag zu unterzeichnen. Der Iran habe El Baradei auch Antworten auf alle Fragen zum Atomprogramm des Landes zugesagt. Am Freitag hieß es jedoch, Teheran habe bisher noch keinen Verzicht auf die Anreicherung von radioaktivem Uran erklärt. Und zu einer Unterzeichnung des Zusatzprotokolls sei das Land nur bereit, wenn es das Recht erhalte, sein Atomprogramm zur Energieherstellung weiter zu führen, sagte der iranische Präsident Mohammed Khatami am Freitag.

Frist bis Ende Oktober

Die IAEO-Spitze hatte Iran eine Frist bis Ende Oktober eingeräumt, alle Einzelheiten seines umstrittenen Atomprogramms auf den Tisch zu legen. Sollte Teheran diese Frist verstreichen lassen, soll der UN-Sicherheitsrat angerufen werden, der Sanktionen gegen das Land verhängen könnte.

Vor allem die USA beschuldigen den Iran, an der Herstellung von Atomwaffen zu arbeiten. Teheran hat das bestritten und behauptet, sein Nuklearprogramm diene lediglich der zivilen Stromerzeugung. IAEO-Inspekteure hatten im letzten Sommer an zwei Stellen Spuren von waffenfähigem Uran gefunden. Teheran hatte erklärt, diese Spuren seien schon beim Import der Nukleartechnik vorhanden gewesen. (APA/dpa)

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