Wiener Verkehrsmasterplan kurz vor Beschlussfassung

16. Oktober 2003, 21:39
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Abstimmung im Gemeinderat am 4. November - Senkung des Autoverkehrsanteils als Ziel

Nach ein umfangreichen Vorbereitungsphase steht der Wiener "Masterplan Verkehr 2003" kurz vor der Beschlussfassung. Gestern, Montag, passierte er den Verkehrsausschuss im Rathaus. Für 4. November ist die Abstimmung im Gemeinderat geplant. Verkehrsstadtrat Rudolf Schicker (S) präsentierte heute, Dienstag, in einer Pressekonferenz die Eckpunkte: Unter anderem soll der Autoverkehrsanteil sinken und mehr für den öffentlichen Verkehr, die Fußgänger und die Radfahrer getan werden.

Senkung des Autoverkehrsanteils als Ziel

Der neue Plan ersetzt das Verkehrskonzept aus dem Jahr 1994. Die Senkung des Anteils des motorisierten Individualverkehrs auf 25 Prozent war schon damals geplant, und zwar bis zum Jahr 2010. Heute - mit rund 35 Prozent Auto-Anteil am "Modal Split" - müsse man eingestehen, dass dieses ambitionierte Ziel nicht zu erreichen sei, so Schicker. Man peile dafür nun 2020 an, was nur dann möglich sei, wenn die Qualität des öffentlichen Verkehrs gehalten und das Angebot weiter vergrößert werde.

Genannt wird dabei unter anderem die vierte Ausbaustufe der U-Bahn, vor allem aber auch neue tangentiale Straßenbahnlinien jenseits der Donau. Auch der Ausbau der Schnellbahn genieße hohe Priorität, angesichts der Lage bei den ÖBB zweifle er aber an der Realisierung der entsprechenden Pläne, meinte Schicker.

Radwegenetz soll bis 2008 komplettiert werden

Um 30 Mio. Euro soll außerdem des Wiener Radwegenetz bis 2008 komplettiert werden, der Radfahreranteil soll damit auf acht Prozent steigen. Unumgänglich ist für Schicker aber auch der Ausbau der Straßen- und Schieneninfrastruktur, etwa die Wiener Nordostumfahrung oder der "Bahnhof Wien".

Ein weiterer Schwerpunkt ist die Verkehrssicherheit. Die Zahl der Toten und Verletzten soll bis 2020 zumindest halbiert werden. Für Fußgänger will man laut Masterplan mehr Platz schaffen. Auch an längere Grünphasen bei Fußgängerampeln und die Vermeidung von "Angstzonen", etwa in Unterführungen, ist gedacht. (APA)

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