"Polen-Polka" beschwingt Aktienkurs

16. Oktober 2003, 19:16
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Lokale Investoren haben der BA-CA zu einem fulminanten Börsenstart in Polen verholfen - Auch in Wien erreichte die Aktie neue Höchststände

Wien - Die BA-CA ist am Dienstag an der Warschauer Börse fulminant begrüßt wurden. Entsprechend stolz fielen die Kommentare der Bankvorstände aus. Willi Hemetsberger etwa sagte, er hoffe, dass die BA-CA als Warschauer Pionier nun eine Bewegung in Gang gesetzt habe, der andere Unternehmen folgen würden.

In den ersten Handelsminuten legte die Aktie in Warschau am Dienstag über 18 Prozent zu und ließ damit den BA-CA-Kurs in Wien weit hinter sich.

Chance für Arbitragefonds

Eine seltene Chance für Arbitragefonds, ein Preisungleichgewicht innerhalb einer Aktie auszunützen. Solche klassischen Arbitragegeschäfte sind in den zunehmend globalisierten Finanzmärkten sehr selten geworden. Private kommen bei solchen Geschäften nicht zum Zug, weil sie ja weder über den raschen Börsenzugang in Warschau und Wien verfügen, noch die Konvertierung Euro/Zloty für sie einfach ist.

Im Handelsverlauf ermäßigte sich die Aktie in Warschau dann auf ein durchschnittliches Plus von rund sieben Prozent, ausgehend vom Emissionskurs von 144 Zloty, der dem Schlusskurs von etwas mehr als 31 Euro vom Montag in Wien entsprach. In Wien erreichte die BA-CA zwischenzeitlich ihren bisherigen Höchststand mit über 33 Euro.

Starkes Interesse lokaler Pensionsfonds

Händlern zufolge ist das so erfolgreiche Warschauer Debüt auf ein sehr starkes Interesse lokaler Pensionsfonds und internationaler Osteuropa-Fonds zurückzuführen. Das war auch einer der Beweggründe für das Doppellisting, bei dem quasi spiegelgleich das in Wien notierte Aktienvolumen auch in Warschau angeboten wird: Viele Osteuropa-Fonds kaufen ihre Aktien nur an Ostbörsen. Notiert ein Unternehmen mit so starkem Osteuropa-Engagement wie die BA-CA dagegen "nur" in Wien, dann wird sie von solchen Fonds nicht wahrgenommen.

Das war auch einer der Beweggründe der Erste Bank für ihr Doppellisting in Prag. "Für uns war das rege Interesse lokaler Investoren eine große Überraschung, die Mehrkosten rentieren sich absolut", sagt Hana Cygonkova aus der Prager Pressestelle der Erste Bank.

Merrill Lynch hilft

Geholfen haben dürfte der BA-CA in Warschau - sie ist das erste westliche Unternehmen, das dort gelistet wurde - auch die Gewissheit der Aufnahme in den polnischen Börsenindex WIG. Diese dürfte am 19. Dezember definitiv erfolgen. Das ist wiederum wichtig, um in der Messlatte für Fonds vertreten zu sein. Zusätzlich hat das Investmenthaus Merrill Lynch am Mittwoch in sein Musterportfolio für Emerging Markets aufgenommen. "Wir glauben, dass die BA-CA den polnischen Markt bereichern wird", schreibt Merrill. Das entspricht quasi einer Kaufempfehlung.

BA-CA ist mit einer Kapitalisierung von derzeit rund 4,6 Mrd. Euro der größte Titel in Warschau, gemessen am Wert der handelbaren Stücke ist die Bank Nummer vier. Die Bewertungsdifferenzen dürften sich Händlern zufolge zwischen Wien und Warschau zunehmend ausgleichen, das Doppellisting wird aber als "Treibstoff" für die künftige Kursentwicklung der Aktie gesehen. (Karin Bauer, DER STANDARD Printausgabe, 15.10.2003)

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BA-CA

  • Fulminanter Start der BA-CA-Börse in Warschau: Der einzige ausländische Titel legte kurz nach dem Start um elf Prozent zu
    montage: derstandard.at

    Fulminanter Start der BA-CA-Börse in Warschau: Der einzige ausländische Titel legte kurz nach dem Start um elf Prozent zu

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