Die Kapuzinergruft

14. Oktober 2003, 13:43
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Aus kleiner Kapelle wurde berühmte Begräbnisstätte

Wien - Die Geschichte der Kaisergruft am Neuen Markt in Wien reicht bis in das 17. Jahrhundert zurück. Die Gründung des Kapuzinerklosters in der Innenstadt geht auf das Testament der Kaiserin Anna zurück, die in ihrer Stiftung auch bestattet werden wollte. Sie starb 1618, ihr Gemahl Kaiser Matthias ein Jahr später. Erst am 8. September 1622 erfolgte die Grundsteinlegung für Kirche und Kloster. Das Paar fand 1633 dort in einer kleinen Gruft - Kaiserkapelle genannt - seine letzte Ruhestätte.

Der eigentliche Begründer

Ferdinand III. kann als der eigentliche Begründer der späteren Kaisergruft gelten. Er ließ 1639 in der Gruft, die nur für das Gründerpaar gedacht war, auch seine Söhne Philipp und Maximilian beisetzen. Weitere Bestattungen folgten. 1657 kam es zum ersten Erweiterungsbau, der Leopoldsgruft - benannt nach Kaiser Leopold I. (gestorben 1703).

Kaiserin Maria Theresia ließ 1753 im damaligen Sakristeigarten den glanzvollsten Erweiterungsbau errichten, der durch eine Kuppel mit einem Fresko von Josef Mildorfer bekrönt wurde. 1824 kam es zur Errichtung der Franzensgruft und 1840 zur Errichtung der Ferdinandsgruft und der Toskanagruft. In den Jahren 1908 und 1909 wurde die Franz Josephs-Gruft und die Gruftkapelle errichtet.

Letzte Ruhestätte der Habsburger

In der Gruftanlage haben bis heute die sterblichen Überreste von 146 Personen, darunter 12 Kaiser und 17 Kaiserinnen ihre letzte Ruhestätte gefunden. Zuletzt wurde hier 1989 Kaiserin Zita beigesetzt.

Die Begräbnisstätte der Habsburger verzeichnet jährlich mehr als 200.000 Besucher. Im Oktober 2003 wurde eine umfangreiche Restaurierung der berühmten Wiener Sehenswürdigkeit abgeschlossen. (APA)

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