Geschlecht & Recht

14. Oktober 2003, 13:44
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Am Donnerstag, dem 16. Oktober eröffnet die 9. Frauen-Ringvorlesung an der Universität Salzburg mit einem Vortrag über Geschlecht & Recht.

"Unterschiede zwischen Frauen und Männern haben vielfach für den Ausschluss von Frauen aus wesentlichen Bereichen gesellschaftlichen Lebens und gesellschaftlicher Machtausübung geführt. Im letzten Jahrhundert wurden die Forderungen nach einer Änderung des Rechts, mit dessen Hilfe so lange die Unterdrückung von Frauen durchgesetzt wurde, immer lauter. Am Anfang stand gleiches Recht für Männer und Frauen, wie etwa das Recht auf Bildung oder das Wahlrecht. Heute prägen Forderungen nach Gleichberechtigung in Erwerbs-, Haus- und Familienarbeit, Umsetzung von Gender Mainstreaming oder Probleme des Sexualstrafrechts den Diskurs. Dazu kommt die Erkenntnis, dass mit Gesetzen nicht nur Gleichberechtigung durchgesetzt, sondern auch Gleichstellungspolitik betrieben werden kann.

Frauen- und geschlechterspezifische Ansätze in den Rechtswissenschaften und Legal Gender Studies analysieren kritisch wie Recht, Weiblichkeit, Männlichkeit und das Verhältnis der Geschlechter zueinander begründet und beeinflusst. In dieser Tradition will die Ringvorlesung, die erstmals an der juridischen Fakultät stattfindet, verschiedene Rechtsbereiche auf frauen- und geschlechterspezifische Problemfelder unter Einbeziehung der rechtsgeschichtlichen, rechtssoziologischen, rechtsphilosophischen und rechtspolitischen Perspektive durchleuchten: Wie wird der Begriff des Geschlechts im Rechtsdiskurs eingesetzt und welche Bedeutung kommt ihm zu? Was bedeutet Gleichheit und kann gleiches Recht in geschlechtergerechter Weise umgesetzt werden? Inwiefern beeinflusst die Geschlechtszugehörigkeit die Verteilung von Ressourcen, Freiheiten und Verantwortung? Welche Rolle spielen völkerrechtliche Normen und Durchsetzungsmechanismen?

Vortragende

Im Eröffnungsvortrag nimmt Silvia Ulrich ein aktuelles Thema auf: Gender Mainstreaming – neue Perspektiven durch eine integrative Gleichstellungsstrategie. Ihre Forschungsschwerpunkte sind Geschlechterdifferenz im Recht sowie Diskriminierungsschutz und Frauenförderung auf nationaler und internationaler Ebene. Darüber hinaus vielfältige Tätigkeiten mit Praxisbezug: zB genderspezifische Beratung von Ausschüssen gesetzgebender Körperschaften auf Bundes- und Landesebene; legistische Vorarbeiten im Bereich der Gleichbehandlungsgesetzgebung; juristische Beratung von Gleichbehandlungsinstitutionen. Jüngst erschienen ist die gemeinsame systematische Darstellung Neuhold/Pirstner/Ulrich: Menschenrechte – Frauenrechte. Internationale, europarechtliche und innerstaatliche Aspekte des Rechts der Geschlechterbeziehungen, Innsbruck 2003." (Ankündigung/red)

16.10.2003
18 Uhr
Uni Salzburg
Hörsaal 209, Toskanatrakt, juridische Fakultät
Churfürststr. 1
5020 Salzburg
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