Schiitenführer Al Sadr: "Najaf sollte neue Hauptstadt des Irak werden"

15. Oktober 2003, 19:18
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Verletzte bei Kämpfen zwischen schiitischen Gruppen - Anhänger von Moktada al Sadr wollten heilige Städten in Kerbala besetzen

Kerbala - Bei einer Schießerei zwischen Anhängern von zwei Schiitenführern sind in der irakischen Stadt Kerbala 18 Menschen verletzt worden. Die Auseinandersetzung habe in der Nacht begonnen, als Anhänger des radikalen Schiitenführers Moktada al Sadr versuchten, die Kontrolle über zwei heilige Stätten in der Schiitenstadt zu übernehmen, teilten Ärzte am Dienstag mit.

Ein AFP-Reporter berichtete, etwa hundert Mitglieder der Mehdi-Miliz von Sadr hätten versucht, die Kontrolle über die Mausoleen der Imame Abbas und Hussein aus dem siebten Jahrhundert zu übernehmen. Anhänger des Scheichs Ali Sistani, eines führenden Mitglieds der Hausa, hätten sie jedoch zurückgedrängt und am Morgen schließlich vertrieben. Die Hausa wacht als höchst religiöse Autorität über die irakischen Schiiten.

Moktada Sadr hatte am Freitag aus Protest gegen den von den Besatzungstruppen einberufenen Regierungsrat die Bildung eines "alternativen Kabinetts" verkündet. Der schiitische Geistliche aus Najaf zählt zu den entschiedensten Gegnern der Besatzungsmacht.

"Najaf sollte neue Hauptstadt des Irak werden"

Der radikale irakische Schiitenführer Muktada al Sadr hat Berichte zurückgewiesen, wonach er ein Schattenkabinett als Konkurrenz zu dem von den USA eingesetzten provisorischen Regierungsrat bilden will. Er wolle mit einer Regierungsbildung warten, "bis das irakische Volk seine Meinung zu dieser Frage gesagt hat", erklärte der junge Geistliche am Dienstag vor der Presse in Najaf.

Er sagte, die für Schiiten heilige Stadt Najaf müsse neue Hauptstadt des Irak werden. Die Soldaten der Besatzungstruppen rief er auf, zum Islam zu konvertieren. Er und seine Anhänger suchten weder die Auseinandersetzung mit den US-Truppen noch eine Zusammenarbeit mit ihnen. (APA/dpa)

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