Wien: Neu renovierte Kaisergruft eingeweiht

16. Oktober 2003, 10:36
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Mit Lift und Klimaanlage nunmehr auf dem Stand der Museums-Technik

Wien - Nach fast zweijähriger Bauzeit ist am Mittwochabend die renovierte Kaisergruft in Wien eingeweiht worden. Die Begräbnisstätte der Habsburger bekam nicht nur einen neuen Eingangsbereich, sondern ist inzwischen auch mit modernster Technik ausgestattet, um die wertvollen Särge gegen Korrosion zu schützen. Besonderer Ehrengast der Feierlichkeiten in der Kapuzinerkirche war Kaisersohn Otto Habsburg.

Er zeigte sich nach dem Festakt erfreut über den Zuspruch, den die Gruft als Publikumsmagnet erfährt. Dadurch würde für die Menschen österreichische Geschichte wieder erfahrbar. Otto Habsburg ist ein seltener Gast bei den Kapuzinern: Sein letzter Besuch in der Kaisergruft liegt dem Vernehmen nach bereits mehrere Jahre zurück. In der Gruftkapelle ist seine Mutter, Ex-Kaiserin Zita, bestattet.

Zahlreiche Besucher

Insgesamt kommen jährlich rund 200.000 Besucher, um die Sarkophage der Habsburger zu sehen. Daraus zog Eva Maria Höhle vom Bundesdenkmalamt in ihrer Ansprache den Schluss: "Die bedeutendste Ruhe-Stätte Europas ist in den vergangenen Jahren ziemlich laut geworden."

Nicht zuletzt durch die zahlreichen Besucher kam es zu hohen Temperatur- und Feuchtigkeitsschwankungen in den Gewölben, die sich letztlich auch auf den Zustand der Särge auswirkte. Diesen schädigenden Einfluss will man nun durch den Einbau einer zeitgemäßen Klimaanlage zurückdrängen. Diese hält die Lufttemperatur konstant auf rund 19 Grad Celsius, bei einer Luftfeuchtigkeit von rund 40 Prozent. Zu den technischen Verbesserungen gehört auch der Einbau von Alarmanlagen.

Neugestalteter Eingangsbereich

Für die Besucher sichtbarer wird der neugestaltete Eingangsbereich sein, der sich jetzt rechts von der Kapuzinerkirche befindet. Von hier aus wird man sich nun chronologisch durch die Gewölbe bewegen. Bisher waren Ab- und Aufgang nicht getrennt, was bei starkem Besucherstrom immer wieder zu Engpässen führte.

Außerdem hat Architekt Wolfgang Brenner in der Beleuchtung gezieltes Streiflicht eingesetzt, wie er betonte: "So sind die Details der Särge besser zu sehen." Alles in allem belaufen sich die Kosten für die Neugestaltung auf rund 3,7 Mio. Euro, die von den Kapuziner, durch staatliche Subventionen, sowie von privaten Spenden aufgebracht wurden.

Der verantwortliche Kustos der Kapuziner, Pater Gottfried Undesser, freute sich über die in neuem Glanz erstrahlende Aufbahrungsstätte, in der insgesamt 146 Personen ihre letzte Ruhe fanden. "Sie setzt Vergangenheit und Vergänglichkeit ein kunsthistorisches Denkmal", so Undesser. (APA)

Nach wie vor sind Unterstützungsbeiträge erbeten. Diese können auf ein Treuhandkonto des Bundesdenkmalamtes eingezahlt werden (Erste Bank: BLZ 20111. Nr. 31006700067)

Link

www.kaisergruft.at

Die Kapuzinergruft

Aus kleiner Kapelle wurde berühmte Begräbnisstätte

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