Zerreißprobe bei Sportartikler Eybl & Sport Experts

17. Oktober 2003, 15:26
posten

Geschasster EAG-Chef Aman will nun bei Intersport die Vertrauensfrage stellen

Wien/Wels - Innerhalb der größten heimischen Sporthandelsgruppe Sport Eybl & Sport Experts AG (EAG) geht das Match mit harten Bandagen weiter. Die 50-zu-50-Aktionäre, Familie Eybl und Sports Experts Privatstiftung sind heillos zerstritten. Im Hintergrund soll sogar überlegt werden, die 1999 vollzogene Fusion wieder aufzulösen. Mit Aktionären vertraute Personen bestätigen, dies sei "eine der Möglichkeiten", obwohl EAG-Aufsichtsratschef Herbert Kofler zum STANDARD sagt: "Davon hör ich zum ersten Mal."

EAG-Vorstandschef Günter Aman wurde wie berichtet in der Vorwoche vom Aufsichtsrat geschasst. Er ist aber weiter Vorstandsvorsitzender der Intersport-Österreich-Genossenschaft. Nun stellt er dort die Vertrauensfrage und verlangt einen offiziellen Beschluss vom Genossenschaftsaufsichtsrat, ob er Vorstandschef bleiben soll. Auch in diesem Gremien sitzen Vertreter der Familie Eybl, die dem Vernehmen nach Amans Rauswurf betrieben hat. Intersport erledigt für die Genossenschafter etwa Einkauf, Marken- und Lizenznahme oder Franchiseverwaltung. Daran hat EAG 62 Prozent der Anteile, aber nur 25 Prozent der Stimmrechte. 38 Prozent der Anteile und 75 Prozent der Stimmen liegen bei 109 Händlern.

Gegen Anwürfe vor Gericht

Ob Aman rechtlich gegen EAG vorgehen wird, ist noch offen: "Derzeit nicht", sagt er, er wolle "Konfliktentladung betreiben". Wenn sich EAG jedoch die Anwürfe gegen ihn nicht unterlasse, dann würde er vor Gericht gehen.

Amans Bestellung sei vorzeitig aufgelöst worden, weil die Verselbständigung zwischen Intersport und EAG-Gruppe nicht ausreichend angegangen und der Aufsichtsrat nicht richtig informiert worden sei, argumentiert Kofler. Die EAG sei von Intersport in vielen Bereichen zu stark abhängig gewesen.

Aman: Zahlen sprechen für mich

Aman kontert: "Alle Zahlen sprechen für mich." Er habe sowohl bei der EAG wie auch bei Intersport binnen eines Jahres die Erträge stark verbessert, indem der Lagerstand radikal gesenkt und so die Gewinnspannen erhöht worden sind. Er sei seiner Funktion enthoben worden, weil die EAG "den Übergang vom Familienkonzern zur AG nicht geschafft hat". (Leo Szemeliker, DER STANDARD Printausgabe, 15.10.2003)

Share if you care.