Zur Verhinderung von Kinderunfällen

14. Oktober 2003, 12:46
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In Graz wird das Österreichische Forschungszentrum für Kinderunfälle errichtet

Graz - In der Steiermark ist die österreichweit erste Forschungsstelle für Kinderunfälle im Entstehen: Die gezielte Verhinderung von solchen Unglücken durch systematische Erforschung der Begleitumstände ist das Ziel des "Österreichischen Forschungszentrums für Kinderunfälle". Angesiedelt wird es an der Grazer Uniklinik für Kinderchirurgie unter der Leitung von Michael Höllwarth, dem Präsidenten der Initiative "Große schützen Kleine".

Prävenstionsarbeit

Alleine in der Steiermark ereignen sich jährlich rund 25.000 Kinderunfälle, an die 10.000 junge Patienten werden an der Grazer Uniklinik für Kinderchirurgie jährlich behandelt. "Ein Großteil diese Unfälle könnte durch entsprechende Präventionsarbeit verhindert werden", ist Kinderchirurg Michael Höllwarth überzeugt. Vor über einem Jahrzehnt hat er die Initiative "Große schützen Kleine" ins Leben gerufen, die sich schon bisher mit der Datenerfassung von Kinderunfällen beschäftigt hat. Durch das nun von "Große schützen Kleine" und dem Land Steiermark initiierte Forschungszentrum soll eine Basis für eine österreichweite effiziente Unfallverhütung geschaffen werden.

Details erheben

In den kommenden drei Jahren will man an der Grazer Uniklinik die Details der Unfälle, bei denen Kinder zu Schaden kamen, erheben. "Wir wissen zwar, dass beispielsweise sehr viele Kinderunfälle an Rutschen passieren, nur wissen wir nicht genau, welche Faktoren speziell dafür ausschlaggebend sind", erläutert Höllwarth. Dazu sei es notwendig, den Hergang genau zu hinterfragen, am Computer zu erfassen und im Detail zu analysieren - ein Ansinnen, das im täglichen Krankenhausroutinebetrieb zeitlich nicht machbar ist.

Der Grazer Kinderklinik werden zwei Mitarbeiter zur Verfügung gestellt, die sich speziell diesen Erhebungen im Gespräch mit den Eltern widmen sollen. Die beiden Mitarbeiter - Höllwarth denkt dabei an zwei arbeitslose Lehrer, die so im Forschungszentrum eine Anstellung finden können - sollen eine gewisse Zeit ihres Dienstes auch in den Krankenhäusern der Bundesländer zubringen, um dort ebenfalls stichprobenartige Erhebungen zu machen.

Kinderunfälle verhindern

"Auf Basis dieser Forschungsergebnisse ist es dann möglich, Kinderunfälle gezielt zu verhindern. Zukünftige Kindersicherheitsprojekte werden dann entsprechend abgestimmt, um den maßgeblichen schweren Unfallursachen von Kindern entgegen wirken zu können", so der für die Forschung zuständige Landesrat, der die Finanzierung des Projektes (120.000 Euro für die nächsten drei Jahre) am kommenden Montag von der Landesregierung absegnen lassen will. (APA)

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