"Washington Post": Bin Ladens Sohn hat Schlüsselrolle in El Kaida übernommen

15. Oktober 2003, 14:56
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Saudiarabien: 400 Mitglieder der El Kaida halten sich im Iran auf

Washington - Einer der Söhne des Moslem-Extremisten Osama bin Laden hat einem Zeitungsbericht zufolge eine Schlüsselrolle im El-Kaida-Netz übernommen und leitet die Gruppe mit weiteren Anführern vom Iran aus. Wie die "Washington Post" am Dienstag unter Berufung auf amerikanische und europäische Geheimdienstkreise berichtete, standen Saad bin Laden und weitere El-Kaida-Anführer kurz vor den Anschlägen in Riad im Mai in Kontakt mit einer Zelle der Gruppe in Saudiarabien.

Bei einer Serie von Selbstmordanschlägen in der Hauptstadt des Landes waren am 12. Mai 35 Menschen getötet worden. Die Zeitung zitiert die Geheimdienstkreise mit den Worten, sie gingen davon aus, dass die Anschläge in Riad vom Iran aus geplant und in Auftrag gegeben worden seien.

Saad bin Laden und weitere führende El-Kaida-Vertreter stünden im Iran unter dem Schutz einer geheimen Sicherheitstruppe, hieß es in dem Bericht. Diese sei loyal gegenüber den Klerikern und werde nicht von der Regierung kontrolliert. Saudiarabien habe sich bei der Führung in Teheran erfolglos darum bemüht, die Auslieferung Saad bin Ladens und weiterer Verdächtiger des Riad-Anschlags zu erreichen. Vertreter Saudiarabiens schätzen, dass sich bis zu 400 Mitglieder El Kaidas im Iran aufhalten.

Dem Bericht zufolge soll Saad bin Laden 24 Jahre alt und einer der ältesten Söhne Osama bin Ladens und dessen erster Frau sein. Osama bin Laden hat von fünf Frauen mehr als zwei Dutzend Kinder. Saad bin Laden sei erst in jüngster Zeit in das Blickfeld des US-Geheimdienstes CIA und der amerikanischen Bundespolizei FBI geraten, berichtete das Blatt. Er sei im vergangenen Jahr in den Iran gereist und habe eine Führungsrolle in der El Kaida übernommen.

Die USA machen Osama bin Laden und seine El-Kaida-Organisation für die Flugzeuganschläge vom 11. September 2001 in den USA verantwortlich, bei denen etwa 3000 Menschen getötet wurden. (APA/Reuters)

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