Brasiliens Trainer am Schleudersitz

18. Oktober 2003, 15:48
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Nach 36 Spieltagen wurden nicht weniger als 41 Coaches vorzeitig entlassen - Letztes prominentes Opfer: Corinthians-Trainer Junior

Sao Paulo - Das Trainerleben in Brasiliens erster Fußball-Liga ist in dieser Saison besonders kurzlebig. Am Montag gab Ex-Nationalspieler Junior bei Corinthians Sao Paulo sein Amt nach nur zwei Spielen wieder auf. Bereits am Sonntag hatte der unter der Saison eingestellte Oswaldo de Oliveira bei Flamengo Rio de Janeiro seinen Posten als Coach wieder zur Verfügung gestellt. Damit wurden nach 36 Spieltagen schon 41 Trainer von den Sitzen des Trainerkarussells geschleudert.

Junior, mit Brasilien 1982 und 1986 WM-Teilnehmer, hatte beim sportlich und finanziell angeschlagenen Tabellenzehnten Corinthians erst vor einer Woche sein Amt angetreten. Aber nach den 0: 3-Niederlagen gegen Sao Caetano und dem FC Sao Paulo sah der 49-Jährige nicht die Möglichkeit, den Klub-Weltmeister von 2000 kurzfristig zu den von Fans und Management geforderten Siegen zu führen.

Oliveira lässt Flamengo links liegen

Oliveira, der noch im letzten Jahr als Nachfolger von Weltmeister-Trainer Luiz Felipe Scolari im Gespräch war, hatte nach seiner Entlassung beim FC Sao Paulo in Rio angeheuert, konnte den in Zahlungsschwierigkeiten steckenden Traditionsklub jedoch nicht in die Libertadores-Cup-Ränge führen. Wegen sich abzeichnender Probleme mit der Flamengo-Vereinsführung zog der 52-Jährige vorzeitig die Notbremse.

Von den 24 Erstligisten haben sich nur vier Klubs aus den Top 6, darunter Spitzenreiter Cruzeiro Belo Horizonte und Meister FC Santos, sowie der Tabellen-18. Ponte Preta nicht am Trainer-Wechselspielchen beteiligt. Dagegen schickte der FC Parana bereits vier Übungsleiter in die Wüste und vier Teams gaben ihren in dieser Spielzeit gefeuerten Chefcoachs noch eine zweite Chance. (sid/red)

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