E-Signatur in den Startlöchern

22. Oktober 2003, 10:39
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Neue EC-Karte steigert Verbreitung der digitalen Unterschrift

"Bisher war es ja ein Henne-Ei-Problem", sagt Telekomregulator Georg Serentschy, "kaum jemand hatte eine Karte mit Signaturfunktion, und es gab keine wirklich massenmarktfähigen Anwendungen."

Austausch

Dies, meint der Geschäftsführer der Rundfunk- und Telekom-RegulierungsGesmbH (RTR), wird sich ab nächstem Jahr ändern, wenn 2,4 Millionen EC-Karten, im Volksmund Bankomatkarten genannt, ausgetauscht werden. Diese neuen Karten werden als so genannte "Schlummerfunktion" mit der digitalen Signatur ausgestattet sein - das heißt, der Chip, der die Signaturfunktion enthält, ist nicht automatisch aktiviert.

Anstieg

Serentschy erwartet, dass die Banken beginnen werden, beim sehr erfolgreichen Electronic Banking mit mehr als einer Million Onlinebanking-Kunden von dem derzeitigen PIN/TAN-System auf die elektronische Signatur umzusteigen. Denn die Karte, meint er, sei wesentlich sicherer als das PIN/TAN-System, das auf Personen- und Transaktionsabhängigen Zahlen beruht.

Angeben

Im Zuge der Signaturfähigkeit der kommenden EC-Karten wird als eine der wichtigsten Sicherheitsmaßnahmen ein sechs- oder achtstelliger Code eingeführt. (Der bisherige PIN-Code für die Bankomatfunktion bleibt bestehen und bleibt vierstellig.)

Anwendungen

Existierende Anwendungen für die elektronische Signatur gibt es derzeit vor allem im Bereich Firmenanwendungen. So werden derzeit die Ausschreibungen der ÖBB online und mittels elektronischer Signatur durchgeführt. Als weitere große Anwendung in der Wirtschaft gibt es das Sammel- und Verwertungssystem der Altstoff Recycling Austria (ARA), bei der die Firmenmeldungen "end-to-end" elektronisch durchgeführt werden können und die Signatur als Verschlüsselung und zur Authentifizierung dient.

Amtsgänge

Überhaupt, meint Serentschy, würden sich nun mittelfristig all die E-Government-Lösungen anbieten, die bereits existieren, aber derzeit noch auf so genannten User-ID-Passwort-Lösungen basieren: also etwa Finanz Online, Firmenbuch oder elektronischer Rechtsverkehr. Insbesondere bei Finanz Online werde eine Umstellung auf Signaturtechnologie bereits angedacht. Als Aufsichtsstelle für die Ausgabe von Signaturen dient die RTR, die auf ihrer Homepage auch auflistet, wer solche Dienste bereits anbietet.

Alternativ

Gleichzeitig wird es aber neben der signaturfähigen Bankomatkarte weiterhin reine Signaturkarten geben - wie derzeit bereits rund 10.000 ausgegeben sind. Es sind dies die Karten der A-Trust, an der neben Telekom Austria eine ganze Reihe von österreichischen Banken beteiligt ist. Die Bawag/P.S.K.-Gruppe hat in 34 ihrer Filialen Registrierungsstellen für die A-Trust-Karte eröffnet. (Johanna Ruzicka / DER STANDARD Printausgabe, 14.10.2003)

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