Kalifornien: 70.000 Arbeiter im Lebensmittelhandel im Streik

15. Oktober 2003, 22:27
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Protest gegen geplante Kürzungen bei Krankenversicherung

Washington/Los Angeles - In Süd-Kalifornien haben seit Sonntag an die 70.000 Arbeiterinnen und Arbeiter im Lebensmittelhandel die Arbeit niedergelegt, um gegen geplante Kürzungen der Unternehmen bei der Krankenversicherung zu protestieren. In Folge des Streiks wurden auch Arbeitnehmer von den Unternehmen ausgesperrt. Die Lohnverhandlungen zwischen der Gewerkschaft und den Supermarkt-Ketten waren zuvor an der Frage der Krankenversicherung gescheitert.

Die betroffenen Ketten Safeway, Kroger Co. Ralph's und Albertson argumentieren, sie müssten die Beiträge für die Krankenversicherung ihrer Arbeitnehmer senken um mit dem Marktführer WalMart konkurrieren zu können. Bei der Supermarktkette WalMart, wo die Arbeitnehmer nicht bei der Gewerkschaft sind, lägen die Lohnkosten nur bei 70 Prozent im Vergleich zu den anderen Supermarkt-Ketten.

3,5 Mio. Menschen arbeiten in der US-Supermarkt-Branche oft zu Billig-Löhnen. Die Gewerkschaftsvertreter erklärten, bei den niedrigen Stundenlöhnen könnten die Arbeitnehmer nicht noch ihre eigene Krankenversicherung großteils selbst finanzieren oder eine Versicherung akzeptieren, die die Behandlungskosten nur teilweise ersetzt. (APA)

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