US-Präsident Bush weist Kritik an seiner Irakpolitik zurück

15. Oktober 2003, 07:46
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"Die Person, die die Verantwortung hat, bin ich" - Warnung vor überstürztem Abzug der US-Streitkräfte

Washington - In einer Interviewserie mit regionalen US-Fernsehsendern hat US-Präsident George W. Bush Kritik an seiner Irakpolitik zurückgewiesen. Einen Zeitpunkt für einen amerikanischen Truppenabzug wollte er nicht nennen und erklärte, dies könne erst geschehen, wenn im Irak Frieden und Freiheit auf Grundlage einer Verfassung und demokratischer Wahlen etabliert seien. Überstürztes Handeln sei zum Scheitern verurteilt, sagte er am Montag weiter und betonte: "Die Person, die die Verantwortung hat, bin ich."

Bush war am Sonntag aus den eigenen Reihen, vom republikanischen Senator Richard Lugar, aufgefordert worden zu zeigen, dass "der Präsident der Präsident ist". Angesichts fast täglicher Anschläge in Irak wies Bush den Vorwurf zurück, seine Regierung habe die Lage im Nachkriegsirak falsch eingeschätzt und keine Strategie zur Überwindung der Probleme gehabt. Das sei falsch, es habe von Anfang an eine Strategie gegeben, die von der US-Zivilverwaltung umgesetzt werde und zu einem freien Irak führen werde.

Meinungsverschiedenheiten

Lugar hatte am Sonntag offenkundige Meinungsverschiedenheiten zwischen Außenminister Colin Powell, Verteidigungsminister Donald Rumsfeld und Vizepräsident Richard Cheney kritisiert. In dieser Situation müsse Bush Führung zeigen. In einer Umfrage zeigten sich unterdessen Bushs Zustimmungswerte erholt, von 50 Prozent Mitte September auf 56 Prozent in diesem Monat. Die Umfrage wurde für den Fernsehsender CNN und die Zeitung "USA Today" vom Meinungsforschungsinstitut Gallup durchgeführt.

In einem anderen Interview mit dem Sender KMBC reagierte Bush gelassen auf die Frage, ob er das Schicksal seines Vaters fürchte, der als US-Präsident den Golfkrieg 1991 gewann, die Wähler ihm jedoch eine zweite Amtszeit wegen der Vernachlässigung der Wirtschaftspolitik verwehrten. "Wenn die Leute denken, dass ich meinen Job nicht richtig erledige, werden sie einen anderen finden, von dem sie denken, dass er das Richtige tut." (APA/AP/AFP)

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    Erneut verteidigte Bush den Sturz des irakischen Staatschefs Saddam Hussein, obwohl dessen angebliche Massenvernichtungswaffen noch nicht gefunden wurden: Amerika habe das richtige getan, indem es Saddam Hussein beseitigt habe.

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