Gewerkschaft ruft zu unbegrenztem Streik auf

16. Oktober 2003, 14:45
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Präsident Lozada will "Gewerkschaftsdiktatur verhindern"

La Paz - Die einflussreiche Verkehrsgewerkschaft rief zu einem unbegrenzten Streik und zu weiteren Demonstrationen gegen Sanchez de Lozada auf. Die "einfachste Lösung" des Konflikts sei der Rücktritt des Präsidenten, erklärte Gewerkschaftsführer Angel Villacorta.

Sanchez de Lozada blieb indes hart. "Ich werde nicht zurücktreten", sagte der Präsident nach einer Krisensitzung seiner Regierung mit der Führung von Armee und Polizei am Montag (Ortszeit). Die Errungenschaften der Bevölkerung dürften nicht zerstört werden, um "eine neue Diktatur" zu errichten, "die Region gegen Region, Klasse gegen Klasse, Volksgruppe gegen Volksgruppe" gegeneinander aufbringen werde. Die Demokratie dürfe nicht "durch eine Gewerkschaftsdiktatur" ersetzt werden.

"Vom Ausland finanzierter Komplott"

Der Staatschef prangerte einen "vom Ausland finanzierten Komplott zur Zerstörung der bolivianischen Demokratie" an, deren Drahtzieher die indianischstämmigen Oppositionsführer Evo Morales und Felipe Quispe seien. Morales und Quispe wiesen die Anschuldigungen zurück und forderten die Einsetzung eines Richters am Obersten Gerichtshof als Interimspräsident. (APA)

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