Kolumbien: Geiseln laut Guerilla "in perfektem Gesundheitszustand"

16. Oktober 2003, 10:48
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ELN fordert Weltgemeinschaft zum Verhandeln auf - Regierung lässt Rebellenführer frei

Bogota - Die kolumbianischen Rebellen der Nationalen Befreiungsarmee (ELN) wollen die internationale Gemeinschaft in die Verhandlungen zur Befreiung sieben entführter ausländischer Urlauber einbeziehen. Seine Organisation strebe nach "einem glücklichen Ausgang" der Entführung, erklärte ELN-Anführer Ramiro Vargas am Montag auf der Internetseite der Rebellengruppe. Es sei aber "wichtig, dass sich die internationale Gemeinschaft, zusammen mit den Prälaten der katholischen Kirche, an den Bemühungen beteiligt". Die sieben Geiseln, unter ihnen auch eine Deutsche, seien "alle in einem perfekten Gesundheitszustand", versicherte der Kommandeur.

Kirche soll vermitteln

Im kolumbianischen Badeort Santa Marta am Fuße der Sierra Nevada klagten die drei mit der Vermittlung beauftragten Kirchenvertreter derweil über fehlenden Kontakt zu den Entführern. "Dieser Vermittlungseinsatz ist nur wenig fortgeschritten, wir sind nicht kontaktiert worden, wir warten", sagte der örtliche Bischof Hugo Puccini Banfi vor Journalisten.

Austausch nicht ausgeschlossen

Vergangene Woche hatten die Rebellen einen von der Regierung vorgeschlagenen Gefangenenaustausch nicht ausgeschlossen; bereits einen Tag später ließen die Behörden den seit über neun Jahren inhaftierten ELN-Sprecher Carlos Arturo Velandia alias Felipe Torres frei. Mit der Geiselnahme wollen die ELN-Rebellen nach eigenen Angaben auf die Not verarmter Bauern in der Sierra Nevada und ihre Drangsalierung durch Soldaten und ultrarechte Militärs hinweisen. Lösegeldforderungen wurden bislang nicht bekannt.

Insgesamt waren am 12. September acht Rucksacktouristen - vier Israelis, zwei Briten, ein Spanier und eine Deutsche - in der Nähe der historischen Ruinenstadt Ciudad Perdida verschleppt worden. Ein 19-jähriger Brite konnte fliehen und kehrte inzwischen in seine Heimat zurück. Die Guerillagruppe ELN ist mit rund 4.500 Kämpfern die zweitgrößte Rebellenorganisation in dem südamerikanischen Land. Größte Gruppe sind die Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens (FARC) mit mehr als 17.000 Kämpfern. (APA)

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ELN

  • Die Suche nach den entführten Rucksacktouristen geht weiter

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