Dortmund: Buttersäure-Attacke auf Wehrmachtausstellung

14. Oktober 2003, 18:17
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Museum muss für einen Tag schließen

Dortmund - Die seit drei Wochen in Dortmund gastierende Wehrmachtausstellung ist am Montag Ziel einer "Attacke" mit Buttersäure geworden. Wegen des Ekel erregenden Geruchs musste das Museum für Kunst und Kulturgeschichte am Nachmittag gegen 17.00 Uhr geräumt werden und bleibt wahrscheinlich auch am (morgigen) Dienstag geschlossen, wie ein Polizeisprecher sagte. "Ein politisch motivierter Hintergrund - etwa durch Rechtsextremisten - ist nicht auszuschließen", sagte der Sprecher. Im September hatten in Dortmund knapp 700 Rechtsradikale gegen die Ausstellung demonstriert. Personen kamen bei der Säure-Attacke am Montag nicht zu Schaden. Der Staatsschutz nahm die Ermittlungen auf; eine heiße Spur gab es zunächst aber nicht.

Die Säure wurde laut Polizei in einem "flaschenähnlichen Behältnis" in der Herrentoilette deponiert. Zum diesem Zeitpunkt befanden sich rund 100 Personen, darunter zwei Schulklassen, im Gebäude, die plötzlich einen stark unangenehmen Geruch wahrnahmen. Polizei und Feuerwehr räumten das Gebäude. Durch aufsteigende Dämpfe, die sich über Lüftungsschächte verbreiteten, wurden auch Mitarbeiter des Tiefbauamtes belästigt, die im selben Gebäudekomplex arbeiteten. Auch diese rund 30 Beschäftigten mussten ihre Büros verlassen. Der Chemiezug der Feuerwehr nahm vor Ort Messungen vor, die mit hoher Wahrscheinlichkeit auf Buttersäure schließen lassen. (APA/AP)

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