Organe auf Stützgerüst

13. Oktober 2003, 21:04
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Forscher aus Israel und den USA haben Nerven-, Leber- und Knorpelgewebe aus menschlichen embryonalen Stammzellen nachgebaut

Washington - Forscher aus Israel und den USA haben Nerven-, Leber- und Knorpelgewebe aus menschlichen embryonalen Stammzellen nachgebaut. Dazu verwendeten die Wissenschafter ein vom Körper abbaubares Kunststoffgerüst, berichtet das US-Fachjournal Proceedings of the National Academy of Sciences.

Um den Nutzen der gezüchteten Strukturen als mögliche Ersatzorgane zu testen, pflanzten die Forscher die Gewebe in Mäuse ein. Wie erhofft integrierten sich die fremden Gewebe im Körper der Nager, schlossen sich an deren Blutversorgung an und produzierten menschliche Eiweißstoffe. Das künstliche Gewebe sei für mindestens zwei Wochen lebensfähig gewesen. Dieser Erfolg bestärke die Wissenschafter in der Hoffnung, eines Tages Organgewebe zur Transplantation aus dem Labor liefern zu können.

Zellen in die Höhe gewachsen

Dass sich embryonale Stammzellen mithilfe wachstumsfördernder Mittel in der Petrischale oder auf einem anderen Nährboden zu verschiedenen Gewebearten entwickeln können, ist schon länger bekannt. Dem Team gelang es nun, diesen Prozess auch an einem dreidimensionalen Kunststoffgerüst nachzuvollziehen. Die Zellen konnten auch in die Höhe wachsen.

Die Forscher tränkten die Stützgerüste je nach gewünschtem Organgewebe mit spezifischen wachstumsfördernden Substanzen. Anschließend säten sie die Stammzellen aus und beobachteten, wie sich diese auf der Innen- und Außenseite des Gerüsts ansiedelten und dort vermehrten. Innerhalb von zwei Wochen hatten sie sich am Gerüst zu primitiven Organen entwickelt. (dpa/DER STANDARD, Printausgabe, 14.10.2003)

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