Kein Pardon für Download von Musik

17. Oktober 2003, 12:15
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Das Urteil der Pet Shop Boys über Casting-Shows ist hingegen milder geworden

Hamburg - Das britische Pop-Duo Pet Shop Boys, als erbitterte Gegner von Casting-Shows bekannt, hat nun doch Verständnis für deren Erfolg. "Das Publikum war von der Musikindustrie viel zu lange von Entscheidungen ausgeschlossen", sagte Bandmitglied Chris Lowe (44) in einem dpa-Gespräch. "Jetzt freuen sich die Menschen, endlich mitzubestimmen." In Großbritannien gehe der Casting-Boom allerdings nach seinen Eindrücken zurück, meinte Sänger Neil Tennant (49).

Die Pet Shop Boys, die ihre größten Erfolge ("West End Girls", "Rent") in den 80er Jahren feierten, hatten im vergangenen Jahr in einem "Spiegel"-Beitrag mit einer scharfen Attacke gegen Musik aus Casting-Shows in der Branche für Aufsehen gesorgt. "Es sollte eigentlich nur ein Interview sein", erinnerte sich Tennant. "Dann ist ein Artikel daraus geworden, und damit so etwas wie ein Manifest. Jetzt werden wir in Deutschland ständig darauf angesprochen."

Tennant: "Das nehme ich diesen Leuten richtig übel"

Kein Verständnis haben die beiden Musiker dagegen für Fans, die ihre Musik in Raubkopien aus dem Internet herunterladen. "Das nehme ich diesen Leuten richtig übel", sagte Tennant. "Die sagen sich, diese Popstars sind so reich, das tut denen nicht weh. Aber komischerweise trauen sie sich das nur bei Musikstücken und nicht im Alltagsleben."

Dass es immer noch keine effizienten Möglichkeiten für die Überwachung von Urheberrechten im Internet gebe, kann Tennant nicht verstehen. "Wenn unser Song mal von irgendeinem polnischen Radiosender gespielt wird, kann ich sicher sein, dass dafür ein paar Pfund auf unser Konto kommen. Wieso soll so etwas nicht auch im Web möglich sein?" Auf jeden Fall konnte die neue Single "Miracles" von der im November erscheinenden Best-of-CD "PopArt" auf der offiziellen Bandseite gespielt, aber nicht heruntergeladen werden. (APA/dpa)

  • "Wenn unser Song mal von irgendeinem polnischen
Radiosender gespielt wird, kann ich sicher sein, dass dafür ein paar
Pfund auf unser Konto kommen. Wieso soll so etwas nicht auch im Web
möglich sein?"
    foto: emi records

    "Wenn unser Song mal von irgendeinem polnischen Radiosender gespielt wird, kann ich sicher sein, dass dafür ein paar Pfund auf unser Konto kommen. Wieso soll so etwas nicht auch im Web möglich sein?"

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