Die Tücken der deutschen Maut

23. Oktober 2003, 13:46
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Der Asfinag-Chef lobt das eigene System, die österreichische Lösung stößt in Berlin auf reges Interesse

Reger Andrang herrschte bei der Pressekonferenz der Autobahnen- und Schnellstraßenfinanzierungsaktiengesellschaft (Asfinag) am Montag in Berlin. Die deutschen Journalisten wollten vom Vorstandsvorsitzenden Walter Hecke vor allem wissen, warum das deutsche System für die Lkw-Maut nicht funktioniert. Prinzipiell sei die deutsche Entscheidung, auf die technisch anspruchsvolle Variante mit der Satellitenordnung zu setzen, "nicht unrichtig", so Hecke. Ein "ehrgeiziger Verkehrsminister und ein ehrgeiziges Konsortium hätten wohl "die technischen Tücken unterschätzt".

Österreich habe auf das auf Mikrowelle basierende System gesetzt. "Wir wollen keinen Mehrwert, nur die Mauteinnahmen." Er schloss einen Umstieg auf das deutsche System nicht aus, wenn der Vertrag mit der italienischen Autostrade in zehn Jahren ausläuft.

Auch deutsche Frächter brauchen die österreichischen Go-Geräte zur Mauterfassung. Technisch sei zwar die Interoperabilität mit den deutschen On-Board-Units gegeben. Das deutsche Betreiberkonsortium will für die Freischaltung aber Geld, das die Asfinag nicht zahlen will. Für österreichische Spediteure gebe es ohnehin keine Alternative, sie müssten die deutschen Geräte zur Mauterfassung verwenden. (Alexandra Föderl-Schmid, DER STANDARD Print-Ausgabe, 14.10.2003)

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