Streikfront beginnt langsam zu bröckeln

14. Oktober 2003, 18:52
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Bodenpersonal kritisiert ÖGB-Kurs - Damit sinkt die Unterstützung für die AUA-Piloten im Unternehmen

Wien - Die Unterstützung für das AUA-Bordpersonals beginnt nun auch im eigenen Unternehmen immer mehr zu sinken. In einem an den ÖGB-Präsidenten Fritz Verzetnitsch gerichteten offenen Brief kritisieren am Montagabend kaufmännisch technische AUA-Mitarbeiter den vom ÖGB in den letzten Tag eingeschlagenen Kurs. "Es ist für uns in keiner Weise nachvollziehbar, wie eine Gewerkschaft einen derartigen Streik unterstützen kann", so der Vorwurf in Richtung ÖGB-Chef.

"Wo bleibt Ihre Unterstützung für uns, die restlichen Mitarbeiter", lautet eine der vier an den ÖGB-Chef gerichteten Fragen. "Wir sind bestürzt über Ihr Verhalten und damit das Verhalten des ÖGB in den letzten Stunden und Tagen", heißt es in dem der APA vorliegenden Brief, der von rund 100 kaufmännisch technischen Mitarbeitern der AUA unterzeichnet wurde.

Das wirtschaftliche Umfeld der AUA habe sich in den letzten Jahren verschlechtert und harte Sparmaßnahmen mussten bereits getroffen werden, in deren Folge im kaufmännisch technischen Bereich bereits hunderte Arbeitsplätze abgebaut worden seien, heißt es weiter.

"Ein Teil der Pilotenschaft weigert sich ungeachtet dieser äußeren Umstände hartnäckig, das geänderte wirtschaftliche Umfeld zur Kenntnis zu nehmen und damit einhergehend zu akzeptieren, dass auch bei den Piloten, den Spitzenverdienern der AUA-Gruppe, gespart werden muss, um diesem, auch unserem Unternehmen, eine Zukunft zu geben", so die AUA-Mitarbeiter weiter. "Stattdessen streiken diese wenigen Damen und Herren mit Ihrer Unterstützung und gefährden damit unsere Zukunft als Mitarbeiter dieser Firma!", so der Vorwurf an den ÖGB-Chef. (APA)

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