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13. Oktober 2003, 19:07
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Change-Management gewinnt in der virtuellen Unternehmenswelt immer mehr an Bedeutung: Durch IT- und ERP-Einführungen kommt es zu tief greifenden Veränderungen in Unternehmen, sagen Gabriele Lehner und Lydia Goutas von Lehner Executive Partners

Im Wirtschaftsleben ist es manchmal wie am Krankenbett: Wenn der Patient kränkelt, muss er sein Verhalten ändern, um wieder auf die Beine zu kommen. Also: anders essen, mehr Bewegung, sich frischen Wind um die Nase wehen lassen und die Medizin, die den Heilungsprozess beschleunigen soll, regelmäßig einnehmen. Ausschlaggebend für die Genesung ist die Bereitschaft, die Kur mitzumachen.

"Hier liegt auch das eigentliche Problem", meinen Gabriele Lehner und Lydia Goutas von Lehner Executive Partners. Die gesamte Wirtschaft stehe unter einem gewaltigen Leistungs- und Ver- änderungsdruck. Dies habe mit den technologischen Entwicklungen der letzten Jahre zu tun. Vor allem auf dem Gebiet der Informatik und der Telekommunikation. "Unser wirtschaftspolitisches Umfeld ist instabiler geworden. Es gibt neue Chancen, aber auch neue Risiken. Unternehmen, die in diesem turbulenten Umfeld überleben wollen, müssen rasch reagieren und kurzfristig sich ändernden Bedingungen anpassen können", so Gabriele Lehner weiter.

Einbindug der Mitarbeiter

Aufgrund der Veränderungen entstehe bei den Mitarbeitern Angst und Widerstand. "Schafft man es nicht, die Mitarbeiter einzubinden, kann der gesamte Veränderungsprozess schief gehen", so Lehner weiter. Das bedeutet: Kommunikation wird zum Schlüssel für die Veränderung im Unternehmen. Und: Man muss auf die Bedürfnisse der Mitarbeiter eingehen. "Geschwindigkeit wird zum strategischen Erfolgsfaktor", sagt Lydia Goutas. Die Einführung einer SAP-Lösung sei ein tief greifender Veränderungsprozess, wenn die Mitarbeiter gewohnt sind, mit einem anderen, alten System zu arbeiten. "Verändert man da etwas, muss man den Mitarbeitern auch Zeit lassen, sich davon zu lösen", so Gabriele Lehner.

Flexibilität wird zu einem Schlagwort, Change-Management zu seinem Synonym. Change-Management-Projekte können die unterschiedlichsten Vorhaben zum Inhalt haben. Die Palette beginnt bei der Umstellung auf ein komplett neues EDV-System und reicht bis zur Firmenhochzeit mit der Konkurrenz.

Kontinuierliche Strukturanalysen

Wichtigstes Ziel beim Change-Management sei, so Lydia Goutas, die Mitarbeiter an ein neues IT-System heranzuführen und kontinuierlich Strukturanalysen zu machen. Denn bekanntlich geht ohne EDV heute nichts mehr: Bits und Bytes, Soft- und Hardware sind "der Kern des Rades" eines Unternehmens geworden, IT-Spezialisten und -Generalisten vollziehen diesen Wandel. (Judith Grohmann, DER STANDARD Printausgabe, 11./12.10.2003)

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    IT wird zum Erfolgsfaktor in Unternehmen - Wichtigstes Ziel beim Change-Management ist, die Mitarbeiter in Veränderungen aktiv einzubinden

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