Grasser: "Sache vom Tisch"

15. Oktober 2003, 13:45
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Finanzminister weist Pilz-Vorwürfe zurück - Schon vor erstem Verkauf Kursverlust bei Y-line

Wien - Finanzminister Karl-Heinz Grasser hat am Montag Vorwürfe des Grün-Abgeordneten Peter Pilz zurück gewiesen, er habe seine Y-line-Aktien möglicherweise mit Insiderwissen rechtzeitig vor der Pleite des Internet-Unternehmens verkauft. Er habe in zwei Tranchen am 18. und am 22. Dezember 2000 verkauft, so Grasser in einer Aussendung - "und das zu einem Zeitpunkt, nachdem die Y-line-Aktie seit Anfang März im Zuge des allgemeinen Verfalls der Technologiewerte verloren hatte und auch von der Erste Bank bereits Mitte November von der Kaufempfehlung auf 'Neutral' herabgestuft wurde."

Der Minister schloss auch eine Darstellung der Kursentwicklung bei Y-line an. Das Papier hatte am 6. März 2000 seinen Höchststand mit 278 Euro erreicht, im Zuge des Verfalls der Technologiewerte an Wert verloren und nach dem geplatzten Deal mit Beko am 15. Dezember am 28.12.2000 mit einem Kurswert von 40 Euro geschlossen.

Verluste

Grasser hat nach eigenen Angaben am 15. November und 16. November 1999 zuerst 140 Stück um 36,65 Euro und dann 155 Stück zu je 35,80 Euro gekauft. Verkauft habe er 145 Stück am 18. Dezember 2000 zu 61 Euro und am 22. Dezember 2000 150 Stück zu 44 Euro. "Drei Tage vor meinem ersten Teilverkauf Mitte Dezember platzte der Beko-Deal und auch meine Aktien verloren an einem einzigen Tag 22 Prozent, also über ein Fünftel ihres Wertes", so der Minister zur Erläuterung.

Er berichtete zudem, er habe am Montag sein Aktienportfolio detailliert an den Unvereinbarkeitsausschuss gemeldet. "Die Aktien, an denen ich bei keinem Unternehmen mehr als 0,00 Proz. halte, sind mit Sicherheit nicht mit meiner Position als Finanzminister unvereinbar. Damit ist die Sache vom Tisch." Grasser betonte auch, dass er dem Rechnungshof seine gesamte Vermögenslage gemeldet gehabt habe. Bei seinen Aktien sei "in keinem einzigen Fall auf Grund der geringen Höhe der Anteile eine Einflussnahme auf ein Unternehmen und damit eine Unvereinbarkeit im Sinne des Unvereinbarkeitsgesetzes" vergelegen. Er wies auch darauf hin, seine Vermögenslage dem Rechnungshof gemeldet zu haben. (APA)

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