Auch Kärnten will gentechnikfrei bleiben

24. Oktober 2003, 22:51
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Gemeinsame Vorgehensweise mit Friaul

Klagenfurt - Kärnten will gentechnikfreie Zone werden. Das hat bereits der Landtag einstimmig festgehalten. Auch wenn Oberösterreich diesbezüglich bei der EU eine Abfuhr erhielt, ist man zuversichtlich.

Schutzzonen geplant

Agrarlandesrat Georg Wurmitzer will den "Fehler", den man in Oberösterreich gemacht hat, nämlich das ganze Bundesland mithilfe eines "Gentechnik-Verbotsgesetzes" zur gentechnikfreien Zone zu erklären, nicht wiederholen. Stattdessen will Wurmitzer die Aussaat von gentechnisch verändertem Saatgut genehmigungspflichtig machen. Außerdem wird geplant, rund um Biobetriebe Schutzzonen einzurichten, wodurch es praktisch unmöglich würde, gentechnisch-verändertes Saatgut in Kärnten auszubringen.

Von der Kärntner Verfassungsabteilung seien diese Möglichkeiten geprüft und für aussichtsreich gehalten worden, zeigt sich der Kärntner Agrarlandesrat zuversichtlich: "Das ist kein Trick, sondern nur eine Maßnahme, die garantieren soll, dass der Beschluss des Kärntner Landtages umgesetzt werden kann, ohne europäische Rechtsnormen zu verletzten."

Schützenhilfe aus Friaul

Schützenhilfe erfährt Kärnten in seinen Bemühungen um eine gentechnikfreie Zone auch aus Friaul. Wurmitzers friulanischer Amtskollege Enzo Marsilio will eine gemein- same Vorgehensweise unterstützen. So soll eine Arbeitsgruppe, bestehend aus Experten beider Regionen, die legistischen Grundlagen dafür diskutieren.

Für den Großteil der Kärntner Landwirtschaft, die zu 86 Prozent kleinstrukturiert ist und sich mit "gesunden Lebensmitteln" positioniert hat, würde der Einbruch der Gentechnik zur Überlebensfrage werden. (stein/DER STANDARD; Printausgabe, 14.10.2003)

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