Leber- und Nervengewebe aus embryonalen Stammzellen

13. Oktober 2003, 23:00
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Um Nutzen gezüchteter Strukturen als mögliche Ersatzorgane zu testen, pflanzten Forscher Gewebe in Mäuse ein

Washington - Forscher aus Israel und den USA haben Nerven-, Leber- und Knorpelgewebe aus menschlichen embryonalen Stammzellen nachgebaut. Dazu verwendeten die Wissenschafter ein vom Körper abbaubares Kunststoff-Gerüst, wie sie im Fachjournal "Proceedings of the National Academy of Sciences" berichten.

Um den Nutzen der gezüchteten Strukturen als mögliche Ersatzorgane zu testen, pflanzten die Forscher die Gewebe in Mäuse ein. Wie erhofft, integrierten sich die fremden Gewebe im Körper der Nager, schlossen sich an deren Blutversorgung an und produzierten menschliche Eiweißstoffe.

Für mindestens zwei Wochen "lebensfähig"

Das künstliche Gewebe sei für mindestens zwei Wochen "lebensfähig" gewesen, betont das Team um Robert Langer vom Massachusetts Institute of Technology (MIT) bei Boston und dem Rambam Medical Center in Haifa (Israel). Dieser Erfolg bestärkt die Wissenschafter in der Hoffnung, eines Tages Organgewebe zur Transplantation aus dem Labor liefern zu können.

Dass embryonale Stammzellen sich mit Hilfe wachstumsfördernder Mittel in der Petrischale oder auf einem anderen flachen Untergrund zu verschiedenen Gewebearten entwickeln können, ist schon länger bekannt. Dem Team gelang es nun, diesen Prozess auch an einem dreidimensionalen Kunststoff-Gerüst nachzuvollziehen. Die Zellen konnten also auch in die Höhe wachsen.

Entwicklung zu primitiven Organen

Die Forscher tränkten die Stützgerüste je nach gewünschtem Organgewebe mit verschiedenen Stoffen wie so genannten Wachstumsfaktoren, um die Entwicklung und Vermehrung der Stammzellen zu fördern. Anschließend "säten" sie die Stammzellen aus und beobachteten, wie diese sich auf der Innen- und Außenseite des Gerüsts ansiedelten und dort vermehrten. Innerhalb von zwei Wochen hatten sich die Stammzellen am Gerüst zu primitiven Organen entwickelt. (APA/dpa)

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