Austrian hält an ihrer Ergebnisprognose fest

14. Oktober 2003, 13:34
6 Postings

Aufsichtsrat Rothensteiner sieht im Unterschied zu AUA-Chef Sörensen die Airline nicht existenzgefährdet - Inzwischen blieb eine gemietete Maschine in Tel Aviv hängen

Wien - Trotz der Streiks hält die AUA an ihrer Ergebnisprognose für 2003 fest. Dem Aufsichtsrat wurde am Montag ein ausgeglichenes oder leicht positiver Ergebnis in Aussicht gestellt.

Die Aufsichtsratssitzung sei unspektakulär verkaufen, hieß es, wenngleich intern die mittels einstweiliger Verfügung verbotene Betriebsversammlung des AUA-Bordpersonals im Vorfeld eines ÖGB- Bundeskongresses als "taktischer Schwachsinn" bezeichnet wurde. Das habe nur dazu geführt, dass "die Zweifler wieder gewonnen werden konnten und jetzt erst recht gegen den Vorstand wettern.

Imagefrage

Walter Rothensteiner, Chef der Raiffeisen Zentralbank und AUA-Aufsichtsrat, wünscht sich, dass der Konflikt bald zu einem guten Ende kommt. Das Image als verlässliche und vertrauenswürdige Airline dürfe nicht verloren gehen. "Es darf auf Dauer nicht sein, dass die Leute in fremden Flugzeugen sitzen, weil die eigenen nicht fliegen können." Er glaube nicht, dass die AUA unmittelbar existenzgefährdet sei. Rothensteiner reagierte damit auf AUA-Chef Vagn Sörensen der meinte, das Management müsse die geplanten Sparmaßnahmen durchziehen, "sonst ist die Zukunft der AUA gefährdet".

Der Verband Österreichischer Verkehrspiloten ACA hat am Montag erneut Zweifel an den Sicherheitsstandards der von der AUA wegen des Streiks zugemieteten Flugzeuge geäußert. Anlassfall: der Ausfall eines Flugs von Tel Aviv nach Wien, der mit einer von der AUA angemieteten A320 der italienischen Volare Air durchgeführt hätte werden sollen. Die Maschine musste wegen eines Defekts ohne Passagiere von Tel Aviv zum Heimatflughafen Malpensa fliegen.

Technischer Defekt

Laut ACA sei bei der Abfertigung in Tel Aviv ein defekter Befestigungsbolzen mit einem "Ermüdungsbruch" an einem Fahrwerktor festgestellt worden, sagte ACA-Vorsitzender Wilhelm Maderner. Da dieser Defekt das Risiko berge, dass sich beim Einfahren des Fahrwerks das Tor nicht ganz verriegeln lasse, habe das Flugzeug nicht mehr mit Passagieren abheben dürfen, und damit hätten rund 150 Passagiere nicht nach Wien fliegen können.

Der Streik am Samstag hat die AUA 1,755 Mio. Euro gekostet. Inklusive der beiden Warnstreiks im August von 545.000 Euro summieren sich die Kosten auf 2,3 Mio. Euro. Die AUA will die Kosten der Gewerkschaft in Rechnung stellen. In dem genannten Betrag seien beispielsweise Flugzeug- und Crewanmietungen aus dem Ausland, operative Verspätungsfolgen, deutlich erhöhte Personal- und Überstundenaufwendungen sowie Umbuchungs- und Hotelkosten eingerechnet.

Schlichtungsvorschlag

Die Sozialpartner-Spitzen, Wirtschaftskammerpräsident Christoph Leitl und ÖGB- Präsident Fritz Verzetnitsch, bereiten sich offenbar auf einen Schlichtungsvorschlag im zuletzt eskalierten Arbeitskampf bei der AUA vor. Von sich aus werde er aber nicht mehr tätig werden, hieß es. (Claudia Ruff, DER STANDARD Print-Ausgabe, 14.10.2003)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Sörensen: Das Ergebnis bleibt wie prognostiziert, nämlich positiv.

Share if you care.